Sonntag, 27. Dezember 2015

„Sag' mir Liebesdinge ins Ohr.“ – „Deine Eschatologie erotisiert mich sehr.“ – „Gulp!“

Samstag, 26. Dezember 2015

Mann in der Bahn spricht mich an, weil ich nach Cheeseburger rieche und will sich über den Hobbit unterhalten.
Der Tiefpunkt meines Lebens.

Freitag, 25. Dezember 2015

Bin auf einen Dynamo Dresden-Schnuller getreten. Diese Stadt muss untergehen.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Heiligabend bei Burger King

Oh, Burger King hat schon zu. Wollte so gern wissen, wer da an Weihnachten isst.
Halbe Stunde Aufenthalt.
Heiligabend am Snackautomaten.

Meine gute Stube. Mein Christbaum. Mein Festessen. 

Sonntag, 20. Dezember 2015

Orgelmusik und Apfelbrot, Ehrfurcht und Völlerei.

Samstag, 19. Dezember 2015

Ein behelmter Radfahrer fãhrt an mir vorbei und hat dabei mit einem Walkie Talkie Telefonsex.

Freitag, 18. Dezember 2015

Du wachst auf in einem fremden Bett, betrachtest ihn mit Wohlwollen. Dann klingelt sein Handywecker. Mit der Spiegel TV-Titelmusik.

Du wachst auf in einem fremden Bett, betrachtest ihn mit Ekel. Dann klingelt sein Handywecker mit Totos "Africa" und ihr heiratet sofort.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Katholische Zuneigungskriterien

Das Wort „Tabernakel“ im aktiven Wortschatz.

Monstertruck mit Monstranz als Kühlerfigur.

Präferiertes Safeword „Herrnhuter Stern“.

Samstag, 12. Dezember 2015

Fantasiere gerade davon, mir einen kleinen Christbaum zu kaufen. Ich werde den Baum in meine Wohnung schleppen und auspacken: „Vi, du hast ja gar keinen Fuß für mich.“ (Er fällt traurig auf die Seite.)

Ich hätte auch viel lieber einen zum Aufblasen, der von innen rhabarberfarben leuchtet. Ein Gymnastikchristbaum!

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Beim Testen von Mikrofonen sage ich meist: „Paul ist tot und war ein bunter Hund, der die Welt gehasst hat.“ Viele Explosiv- und Zischlaute.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Die 6 Phasen der Musizierlust:
Jemand spielt schön! → Ich könnte ja mal wieder! → Tutorial → Geht ja gar nicht so schwer! → Doch → Feuerholz

Samstag, 5. Dezember 2015

Beim ersten Date unbedingt die gegenseitigen Werte auf der McKinsey-Skala vergleichen: „Geld und Macht erregen mich überwiegend nicht.“
Für immer verliebt in die spöttischen Augen von Pavel Kříž.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Gott ist ein in den 80ern hängengebliebener Radiomoderator, der die Erde als eine „heiße Scheibe“ auf „heavy rotation“ sieht.

Morgen früh, wenn er will, wirst du wieder geweckt. Mit dem Besten der 80er, 90er und den Hits von heute. (Gott will immer.)

Montag, 30. November 2015

TV-Show, in der unlustige Comiczeichner ins Exil geschickt werden: „Ruthe raus, der Spaß beginnt“. Das Umfeld des Künstlers wird dann heimlich gefilmt und er muss per Livestream erleben, wie sein Umfeld ohne ihn viel mehr zu lachen hat.
Dann stand ich vorm Regal mit den Klosteinen und dachte: „Frische Pinie? Das bin ich einfach nicht.“

Samstag, 28. November 2015

„Denk daran, jeden Tag ein Red Bull, das sind 3650 Zuckerstückchen im Jahr!“
„Hm, Otto, das beeindruckt mich jetzt nicht sehr. Törööö!“
„2€ pro Dose, davon könnten wir eine neue Affenschaukel kaufen.“
„Ich hass' die Affen.“
„Weihnachtsgeld für Karl!“
„Wer ist Karl?“

Freitag, 20. November 2015

Wenn ich Beamtin wäre, würde ich mein Büro täglich auf neue furchtbare Weisen umdekorieren und die Reaktionen der Kunden vorhersagen wollen.
Ich wäre immer die letzte im Büro. Holte einen Flummi und einen Amethysten aus der Schublade, drapierte alles zärtlich. Löschte das Licht. Ein guter Tag.

Dienstag, 17. November 2015

Ein Déjà-brut ist ein psychologisches Phänomen, bei dem man glaubt, für einige Sekunden seinem unfertigeren früheren Ich begegnet zu sein.

Sonntag, 15. November 2015

„Irgendwas stimmt heute mit dir.“

Montag, 9. November 2015

Durchlässigkeit ist auch Lässigkeit. Nur eben in verspannt.

Donnerstag, 5. November 2015

Bittet eure Eltern, euch hochauflösende Fotos ihrer Arbeitsplätze zu schicken.
Dort sitzt Mama. Das ist ihr Stifthalter. Hier ihr Ausblick.

Mutti guckt jeden Tag auf Monets Seerosenteich. Da ist ein Foto einer Frau auf ihrem Schreibtisch, die ich nicht (er)kenne. Geheimmenschen.

Sonntag, 1. November 2015

Ektoplasmische Erotik


Du bist weder Fisch noch Fleisch." - "Grau, weiß, rosa, fruchtschaumig, lichtempfindlich. Ich bin Ektoplasma."
Ganzkörperpassage durch eine Gruppe Geister. Sie gehen durch mich durch. Sie kommen zurück. Sie sind in mir drin.

Nadelwaldgeister umhüllen dich langsam bei deiner Nachtwanderung. Es piekt etwas im Arsch. Aber du bleibst ruhig. Oh, Tannentra.

Montag, 26. Oktober 2015

King's Field IV (Tourist Mode)



Muzak gegen Arachnophobie.

Freitag, 23. Oktober 2015

Die Automatenspirale schiebt das Snickers träge nach vorne, nickt kurz vorm Ziel ein und träumt von ihren Glanzzeiten als Plüschtierkralle.
(Als Kind steckte ich meine Ärmchen in jeden Automatenausgabeschacht, in der Hoffnung, an den Inhalt - Kaugummi, Billardkugeln - heranzukommen.)

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Dienstag, 20. Oktober 2015

Dann saß ich herum und lutschte an einem Ingwerstäbchen. Als ich aus dem Fenster sah, hatte das Haus gegenüber einen neuen Anstrich.

Montag, 19. Oktober 2015


In meiner Freizeit verbinde ich Fantasyweltkarten mit Anatomiezeichnungen. 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Du wachst auf und eine Stimme in deinem Kopf befiehlt dir, das Wort ANGEL SALAD in eine Suchmaschine einzugeben.

Samstag, 17. Oktober 2015

„Hallo Tröstesse.“ – „Ich habe dich erwartet, Vi.“
(Plattenbauten rücken zusammen, um mich zu wärmen. Darüber eine Nebeldecke. Krähenrufe.)

Dienstag, 13. Oktober 2015


„Das mit dem Fliegen hatte ich mir geiler vorgestellt, aber hilft ja nix.“ (Krabat, schwarzmagischer Realist.)

Samstag, 10. Oktober 2015

Wenn Farin Urlaub singt, dass der Himmel blau sei und der "Rest meines Lebens" vor mir läge, stelle ich mir diesen Rest als eine Pfütze vor.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Der Schuhhändler steht im Regen draußen, putzt seine neue Scheibe. Ich ergreife die Gelegenheit, ihn über seine bizarren Preise auszufragen.



"Warum kosten die Stiefel zum Beispiel 85,63€? Ich versteh das nicht, was ist ihr geheimes System?" - "Minus 3%." - "Und die?" - "Minus 3%!"

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Hoffentlich war Luke zwischen der gestrigen Gilmore Girls-Folge und heute beim Frisör.

Freitag, 2. Oktober 2015

Androiden fühlen keine Verbitterung. Verjitterung aber sehr wohl.
(Jitter. Ein abrupter und unerwünschter Wechsel der Signalcharakteristik.)

Freitag, 25. September 2015

SEV Mittweida-Chemnitz

Der Busfahrer entsorgt seine Happy Meal-Verpackung. Jemand könnte daraus Schlüsse ziehen. Niemand sollte es tun. Vielleicht aß er mit seinem Kind, das er nur so sehen kann. In einer Pause, an einem Bahnhof.
Ein ungewöhnlich voller Bus.
Viele Schüler.
Biermoleküle in der Luft.
Ich verstehe die Wege aus Mittweida raus nicht. Es gibt mehrere.
Irgendwo gibt es eine Agentur, die vielleicht davon lebt, sich immer wieder neue Variationen derselben Schwarzfahrwarnungen auszudenken: "€ 40 ,- sind viel Geld..."
Wie oft hat mein Gehirn dieses eine Schild schon erfasst?
Passieren einen Fristo-Getränkemarkt.
Zschöppichen 2 km.
Das Gefühl von Ellenbogen gegen Busscheiben. Kühlung und Schmerz.
Kleine Punkte im Dichtungsbereich der Scheibe. Sie werden dichter zum Rand hin.
"Von hier aus kann man bis X sehen."
Ja, aber wozu.
Die Luft wird bereits knapp hier drin.
Die Lunge enger schnallen.
Ich weiß nicht, wo wir sind.
Wieso ist jetzt hier der Freizeitpark "Sonnenlandpark"? Er wird mit Solarzellen befeuert.
Das Wort "Tristesse" ist eine Erfindung von Menschen, die auch ihre Kinder bunt ansprühen würden, wären sie ihnen zu fad.
Ist das jetzt die Autobahn? Oder nur ein Autobahnzubringer?
"40 Minuten sind viel Zeit..."
Unregelmäßig bewachsene Lärmschutzwälle. Einzelne Frames eines ganz okayen Films, der vorbeiläuft. Herbstliches Flackern. Schlechter Soundtrack. Oxygenmoron. Mein Gehirn kocht. Auf Sparflamme. Diese Busfahrt war verdunkelnd, nicht erhellend.
Chemnitztalstraße 16.
Oh, hier ist die Wurzel der bunt angemalten Chemnitzer Esse.
Schöner als der Eiffelturm.
Plattenbauten aus Vinyl. Alle Wände können klingen, wenn man sie mit einer Nadel langfährt. Rillen in allen Zimmern, unter der Tapete. Ich ersehne mir das Ziel der Fahrt, damit ich diesen Text abschicken kann. Sorge mich um seine Beständigkeit im Arbeitsspeicher des BlackBerrys.
Ich könnte so tun, als wäre ich bereits angekommen. Aber vielleicht verpasse ich einen Eindruck auf den letzten Metern.
Eingeschlagene Scheiben, Haarschneidegeschäfte. Bitte hört auf, euch über Friseurnamenwortspiele zu mockieren. Die haben vielleicht nichts anderes. Ihr wollt ja nicht mit Friseur*innen reden, es sei lästig. Also denken sie sich Wortspiele aus, während der Akkurasierer summt und die Blondierung leise vor sich hinätzt. Vermutlich entstehen da auch noch andere Sachen. Gedichte über Hinterköpfe. Der Bahnhof ist in Sicht.
Goldener Schein auf dem Dach, kleierner Haferbreihimmel drüber.
Füße auf Kopfstein. Lass mich dich in Sicherheit bringen, Bustext.

Mittwoch, 23. September 2015

In poikilothermen Freundschaften immer auch auf Phasen wohliger Kälte achten.

Montag, 21. September 2015

Til Schweiger sitzt gerade nackt vorm Volksnotebook und probiert in After Effects (30 Tage-Testversion) neue Mündungsfeuereffekte aus.

Samstag, 19. September 2015

Rauminstallation in leerem Büro: "Arbeitsplatz. Frisch gestrichen. Nicht anfassen." Mit bunten Kinderhandabdrücken an den Wänden.

Donnerstag, 17. September 2015

"Hände gleiten über ein E-Piano, alle lächeln selig: Endlich eine Musik, die Erik Saties schlichte Emotionalität mit der rauen Energie von Liquido vereint."

Fluide Feste

Das ideale Jahr hätte 730 Tage. Weihnachten markierte in ihm den Jahresmittelpunkt. Nach Dezember käme der Monat Sanenuar. Vier Wochen der geistigen Einbalsamierung und Heilung. Natürlich folgte dann, wie sonst auch, eine Art Frühling, aber wer weiß, vielleicht würde die Jahreszeitenunsicherheit, die Menschen immer befällt - wieso passt das vorm Fenster nicht zur Beschreibung im Programmheft - sich auch auflösen lassen, wenn ohnehin eine große Unsicherheit anstünde:

Ah, grauer Himmel, Schnee und grüne Wiesen, keine Ahnung, was das sein soll, aber ich werde es genießen.

Die erste Hälfte des Jahres, die von Januar bis Dezember, bliebe bekannt und klassisch, aber dann? Dann Aufregung. Kein Ostern, kein Geburtstag, gar keine Feiertage, die im jetzigen Turnus ohnehin viel zu häufig auftreten. Ich wünsche mir Weihnachten nur alle zwei Jahre. Weniger Rituale, stattdessen fluide Feste.

Dienstag, 15. September 2015

Komposition für fünf Spechte, eine Kinoorgel und zwei hungrige Kätzchen:

Montag, 14. September 2015

Heimweg

Das Ziffernblatt der Mittweidaer Kirchturmuhr leuchtet dunkelgelb und lockend. Wenn es dahinter nur wirklich so warm wäre, wie es scheint.
Schmeichelnachtwind umspielt die Mülltonnen. Ich muss mich setzen. Auf dem Heimweg. Nicht einschlafen. Versandete Augen schnell benetzen.
Passiere nun die Stelle des Treppenhauses, wo des längst ausgezogenen Nachbars fiese Freunde ein großes Loch in die Wand boxten. Nostalgie.
Irgendwer hinterließ hier auch überall mit Bleistift gemalte Tags. So traurig. Nicht mal Geld für Filzer.

Sonntag, 13. September 2015

Sonntagsgebet

Lasset uns, Heten.

Dienstag, 8. September 2015

Ein Traumhotel: Du, wenn wieder hunderte Träume in dir gastieren und alle gleichzeitig betrunken an der Hotelbar von sich erzählen wollen.

Montag, 7. September 2015

Immer Krach mit Bach

Johann Sebastian Bully verstopft alle Orgelmusikkanäle.

Sonntag, 6. September 2015

Enttäuscht vom neuen Ektoplasmafernseher sein, weil er weniger Geisterbilder als das LCD-Gerät davor zeigt.

Sonntag, 30. August 2015

Der 40-jährige Otto an Benjamins Grab, verbittert: "Du wusstest sehr gut zu verhindern, dass ich neue Freunde finde."

Das Affengeschrei-Tonband leiert. Gleich öffnet Wärter Karl dem Paintballverein das Tor. Karla Kolumna: "Alle Tore sind schmiedeeisern."

Donnerstag, 27. August 2015

Anmut antrinken mit lauwarmem Wasser.

Mittwoch, 26. August 2015

Ich liege in der Badewanne und höre Musik von Heiko Gogolin. Es fühlt sich an, als wäre mein Leben in den nächsten zehn Minuten vorbei.
Warum macht er Musik? Was kommt als nächstes? Ein Sextape von Mick Schnelle?
"Hey, soll ich dir mal meinen Flightstick z-" (Weißes Rauschen.)

Freitag, 21. August 2015

1994. Der "Junge" interessiert sich besonders für friedfertige Tiere. 

Vor Freundschaftsantritt eine Verstiegenheitserklärung unterschreiben (lassen).

Mittwoch, 19. August 2015

Hab am linken Zeigefinger eine raue Stelle, die ich mir lange nicht erklären konnte, bis mir auffiel, dass ich ihn ja als Schuhlöffel nutze.
Bald kaufe ich mir einen echten. Muss mich aber erst noch informieren.
(Früher dachte ich, es gäbe für alles eine eigene Fabrik. Und Kinder, deren Eltern von Beruf Scheren- oder Schuhlöffelfabrikbesitzer wären.)

Dienstag, 18. August 2015

Sehe Mutter sechs mal im Jahr, wir telefonieren im Monat eine Stunde. Wenn sie noch 30 Jahre lebt, entspricht das ungefähr 105 Tagen Kontakt.
Das ist viel zu wenig.

Montag, 17. August 2015

Zahnfleischkorrektur. Längere Zähne. Zwölf Kronen. Und dann beißen, beißen, beißen, bis es sich nicht mehr bewegt.


Samstag, 8. August 2015

Witze sind eigentlich kosmische Phänomene, bei Pointen entsteht im Menschen ein schwarzes Loch, das leider zu schwach ist, ihn zu schlucken.
"Wim Wenders! Im Fitnessstudio! Das ist ein, hahaha, Widerspruch!" (Schwarzes Babyloch entsteht. Es zerrt verzweifelt am Opfer. Vergeblich.)

Dienstag, 4. August 2015

Abend
In gewissen Kreisen ist ein Aktenvernichter ein größerer Partyspaßgarant als ein Whirlpool. Trockenfröhliche Papierhäckselfete!

(Schreddergeräusche.) 












Der Schredder braucht nach zwei
Minuten schreddern eine Stunde Pause. 














Nächster Tag
Hatte ein nettes Pläuschchen mit der uralten Nachbarin, dabei leger den Schredder unterm Arm. Sie redet jeden Abend mit ihrem Kaninchen.

Samstag, 1. August 2015

Studentenchor: "Looping Louie ist ein richtig geiles Trinkspiel!"

Ich: "Es wurde von einer Carol Wiseley erfunden. Was sie wohl heute ma-"

Studentenchor: "Halt die Fresse!"

Auf der deutschen "Fanseite" wird Wiseley  nicht mal erwähnt. Ich verstehe sowas nicht. Kultisten, denen der Ursprung ihrer Obsession egal ist.

Freitag, 31. Juli 2015




Auf www.abseitspop.de kann man nun Nachtbus fahren.
Als Teufel, Vogelmensch und Bioniker.
(Nicht alle Texte kommen bei allen Fahrten.)

Donnerstag, 30. Juli 2015

Ich entscheide mich dagegen.


Dienstag, 28. Juli 2015

Wachte gegen 6 Uhr auf. Schaute aus dem Fenster. Männer zerrten Fleisch aus einem Transporter. Dieser war noch bei Bewusstsein.
Und schrie.

Freitag, 24. Juli 2015

Arbeitsvermittlerin erzählte von jemandem, der nun Tanklaster fährt, dafür mit Rauchen aufhörte. Danach Kopfendlosschleifen von Explosionen.

Feuerzeug als Statement. Ein hellblauer Kern, der aber erst von einem rosanen Band zusammengehalten wird.

Montag, 20. Juli 2015

Leute nennen dich Spaßbremse, aber das ist dir egal, denn du kannst fliegen und anderen das Blut aussaugen.

Sonntag, 12. Juli 2015

"Und hier wird die Wurst kleingehäckselt." [Schnitt auf unheimliche, aber auch faszinierende Wursthäckselmaschine]
"Die Maschine ist schön. Eine Maschine, die so schön Wurst häckselt, kann nicht falsch liegen. Sie wird noch in tausend Jahren Wurst häckseln. Wenn du tot bist."

Samstag, 11. Juli 2015

18:45
Gepiercte Dorfnazis mit Burger King-Kronen im Bus, die sich laut beschweren, von jedem als Nazi betitelt zu werden.
40 Minuten Anspannung.

19:00
Sie sind eingeschlafen. Die Pappkronen sitzen noch. So muss sich das anfühlen, müde Kinder im Bettchen zu betrachten, die man nicht liebt.
Gegen plumpe Menschen hilft die Vorstellung, dass sie im Abspann nur als "Schläger 1", "Trottel im Bus" und "Betrunkener 2" vorkommen werden

Dienstag, 7. Juli 2015

Erstmals ankommen im richtigen Alienkörper, wo es gemütlich ist. Die ersten eigenen vier Hände.

Vier linke Hände, aber sehr scharfe Krallen. Ich hätte Lust auf ein neues Leben und ein Training dazu. Lektion 1: Schnell auf Bäume klettern

Montag, 6. Juli 2015

In der Kassenwarteschlange verfasse ich gedanklich oft Fanfiction über bestimmte Supermarktmitarbeiter.
Mitarbeiterwände <3
Mein Liebling ist T. M., Abteilungsleiter Getränke. Wie verklemmt er guckt! Weiß bestimmt viel über Energydrinks. Die rüstige Romy dagegen langweilt mich. Sie denkt, sie wäre was. T. dagegen schaut Menschen oft durch Flaschen durch an. Färbt sie ein.

"Mir ist wichtig, dass mein Gegenüber auch verzerrt durch ein Glas Cola gut aussieht. Daran sind schon Dates gescheitert. Also früher halt."

Ich stelle mir vor, dass das sein Lieblingsvideo im Internet sein müsse:


"Bitte keine Glissandi mehr! Aufhören!" - "Aber meine Harfe möchte gerne gestreichelt werden." (Eine weitere himmlische Tonfolge erklingt.)

Dienstag, 30. Juni 2015

Onkelsignal "Beide Augen lange zugekniffen" wurde entschlüsselt: "Ich mache mich verwundbar, halte dich aber für zu schwach, mich zu töten."

Freitag, 26. Juni 2015

Du trinkst in Zeitlupe gegen den Schluckauf.
Im Hintergrund singen die Roboter.

Dienstag, 23. Juni 2015

Räume die Wohnung aus. So viel Elektroschrott. Zwei Computer. Ein Mischpult. Videorekorder. DVD-Player. Röhrenfernseher. Hässliche Sandalen.

"Was ist mit dem Räuchermann?" - "An dem hänge ich!" - "Er fiel in der Küche runter. Von deinem Schreibtisch. Und lag hinter dem Fernseher."

Sonntag, 21. Juni 2015

Kaffeepressen, Klobrillen, Bowdenzüge zerfallen vor meinen Augen in wenigteilige Vorschulstufenpuzzles, die ich dennoch nicht gelöst kriege.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Taschenrechner mit nur einer Taste. Die per Zufall ein lustiges Wort aus Zahlen anzeigen lässt.

Taschenrechner ohne Tasten, den man sich prima gegen die Stirn donnern kann. Ein Beschleunigungssensor zeigt dann die Wucht des Aufpralls.

Taschenrechner, der sich weigert, die Tasche zu verlassen, weil das Tageslicht seinen empfindlichen Solarzellen immer so stark zusetzt.

Taschenrechner, der angenehm zu vibrieren beginnt, wenn man Mutters Festnetznummer eintippt.

Am Imbissstand immer die Wurzel der aktuell gefühlten Verzweiflung bestellen und verhungern: "Die 89,563? Hamwa nich!"

Umzug.

Körperbugsierung tut weh. Der Geist hängt an anderen Faktoren als Orten, ist wie ein Kaugummi: klebrigzäh.

Lampionumzug in die große Stadt. Der Papiermond am Himmel sehe da anders aus.
Ich gehe mit meiner Laterne, aber meine Laterne bleibt hier.

Rabimmel! Rabammel! Warum?

"Die neuen Mieter sind eingetroffen, aber noch im Ruhemodus, die Software zu diesen Puppen wird nachgeliefert. Ohne Update kein Tapezieren. Wenn wir die Internetzufuhr zur Wohnung abschnitten, säßen die Neumieter einfach stumm da, hörten keine Scheißmusik, bis Schimmel sie äße."
Das Bahnhofsschließfach wurde 1926 von Walter Gropius erdacht und gilt als Keimzelle des sozialen Wohnungsbaus.

"Die Menschen waren ja kleiner damals und hatten eine kürzere Lebenserwartung, da erschien eine Maximalmietdauer von 72 Stunden angemessen."

(Wenn man heute ein Schließfach aufmacht und genau hinguckt, kann man noch Spuren von Grundrissen erkennen. Das Bad war meist ganz hinten.)

Donnerstag, 28. Mai 2015

Scheinkorrelationen

17.11.2002. Am Tag, als ich mich bei eBay anmeldete, biss die von Einbrechern freigelassene Gepardin Katrin im Krefelder Zoo zehn Kängurus tot.

27.1.2005: Rex ist traurig, weil Herrchen bei Robert Hoyzers Geständnis weint, aber nichts vom Holocaust wissen will.



8.9.2011: Die seismologischen Stationen der Ruhr-Universität Bochum registrieren ein Erdbeben der Stärke 4,4. 


„Erzähl mir von deinen Träumen und Wünschen.“ – „Sie sind sehr krumm und seltsam, denn ich lagere sie an einem verbogenen Ort.“

Willkommen in Bland, Virgina

Das Örtchen Bland in Virginia ist für mich das, was Derry für Stephen King ist - eine Stadt mit Hang zum Dösen. Der wichtigste Treffpunkt dort ist das Gotteshaus. Es mag etwas fad wirken, aber das steht ja bereits außen dran:

Derry hat Pennywise, aber auch in Bland gibt es einen Stadtclown. Man findet ihn oft betend in der oben erwähnten Kirche:


Blands feinstes Restaurant, das Dairy Queen, ist unter anderem berühmt für seine leckeren Mikrowellenkekse.


Ich würde gern mal dorthin reisen. Vielleicht am Ende meines Lebens.

Dienstag, 26. Mai 2015

"Vinzenz, du hast da einen Pickel im Ausschnitt." - "Das ist meine Motorkontrollleuchte." - "Musst du mal wieder zum TÜV? Angst?" - "Total."

Freitag, 15. Mai 2015

Vi-Log 1-3





Nachtwache / Nachtbeichte

Sitze im Dunkeln auf dem rotgeblümten Klippan in der Küche und gebe mich einer Minigolf-Simulation hin. Ich liebe Minigolf. In einer halben Stunde steht Darling auf, um einen Zug im Morgengrauen zu nehmen. Ich werde mit zum Bahnhof gehen und danach dann schlafen. Drei Uhr ist meine Müdigkeitsgrenze, ab da müssen, bei Wachzyklusverlängerungswunsch, Schokotaler in den Vinzmünzschlitz eingeworfen werden. Vinmünschlitz. Klingt wie ein Ort in Brandenburg. Mit sehr hoher Arbeitsmoserigkeit. Aber alle pflegen zusammen liebevoll den Minigolfplatz.
In vier Minuten dann der Adventure Time-Weckton aus dem anderen Zimmer. Noch keine Müdigkeit. Danke, ungesundes Bildschirmlicht.

Später das Geräusch bitterlichen Weinens eines Menschen, der gezwungen ist, eiskalt zu duschen. Das kriegst du niemals wieder aus dem Kopf.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Vinzenz Raindeer - Lust Highway (Music Video)



Im Musikvideo zu meinem Stück "Lust Highway" sieht man
niederländische Glow-in-the-dark-Autobahnleuchtstreifen, die ein Reinfall waren.
Zu schön. Zu ablenkend.

M*nnertag

Make-up gegen Männertag.
Fruchtigkeit gegen Fleisch.
Blässe gegen feuchtfröhliche Nässe.
Blasierheit gegen Bumsfidelität.

Mittwoch, 13. Mai 2015



Starre auf den Mittweidaer Maibaum. Stelle mir vor, dass in dem grünen Schwimmring eine unsichtbare Person zappelt, die ein Freibadbully gehisst hat.
Und die bunten Bänder hat die unsichtbare Person aus ihrer Badehose gefertigt, jeder Streifen ein Hilferuf. Oder Hilferupf.

Entenhausen-Recherchen

24. April 2015
Daniel Düsentrieb hat einen Bruder, Dario Düsentrieb, über den er aber nicht gerne spricht, denn Dario entwickelt am liebsten Sexspielzeug.
Daniel: "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör!" Dario: "Haste mal Heavy Petting probiert?" Daniel: "Zu schwör!" Dario: "Helferlein ist heiß."

25. April 2015
Bin die Ente mit der türkisen Schleife, die auch in Entenhausen wohnt, aber nie in Geschichten vorkommt, weil sie nichts macht. Laisy Duck.

8. Mai 2015
Ah, da kommt David Doofie, das Kamel der Popmusik. Auf ihm reitet Micky Stardust, die berühmteste Scheißmaus der Welt. (Aus Goofys Tagebuch)

Donald Duck hat mich belogen, in einer Hängematte kann man niemals ordentlich schlafen, man hängt da drin wie eine matschige Menschbanane.

13. Mai 2015
In Entenhausen gibt es eine Hasenheide. Franz Gans kaufte dort sein Heroin (er war traurig, weil alliterationslos), aber jetzt ist er clean. Das verdankt er Oma Duck. Kalter Entzug auf dem Bauernhof. (Eigentlich wollte ich nach Queernessspuren in Entenhausen suchen.)



Freitag, 8. Mai 2015

Birte Lanius - Comic Sans Relief



"Der Band versammelt 626 Kurz- und Ultrakurztexte. Die Illustrationen sind gezeichnete Selbstporträts der Autorin als halsloses Monster. [...] Es beginnt mit gescheiterten Test- und Übungsaufgaben, gescheiterten Antworten und falschen Lösungsangeboten. Scheitern als Chance. '15. Sie wollen mit drei Säcken Rindenmulch à fünfzig Litern von Würzburg nach Solingen fahren. Warum?' Es folgen Überforderungsminiaturen von kosmischem Ausmaß ('45. Wenn Sie den Stressball fest genug drücken, wird er kurz ein Diamant und dann ein schwarzes Loch.')" (ZEIT.de)
Das E-Book ist erhältlich bei Amazon - dort gibt es auch eine Leseprobe - und Minimore. (Die Teaser oben sind von mir.)

Sonntag, 3. Mai 2015



















Lust Highway:
Eine Straße ohne Angst.
Wo man langsam fahren und Irrlichter
auf schwarzen Feldern beobachten kann.
Lust Highway - erhältlich bei Bandcamp, iTunes und Amazon.

Donnerstag, 30. April 2015

Mittwoch, 29. April 2015

Duschen und Duldung

Immer, wenn das Leben tobt, schicke ich es fluchend auf die stille Treppe.
Wogendes Leben? Meinetwegen. Aber Getobe, Gewirr, Überwältigung? Ich hasse kaum was so sehr wie Überwältigung. Im Leben, bei Filmen, überall.
Überwältigung ist ein Rüpel, der dich umschubst. Ergriffenheit dagegen heißt, angestupst zu werden und im Endeffekt selber umzukippen.

Cafés sind eine Supererfindung. Für Geld erkauft man sich auf Zeit einen Sitzplatz, auf dem man geduldet ist, mit einer beinahe undurchdringlichen Schutzaura um einen herum. Duldung gegen Bezahlung.

Neulich bin ich nicht mit dem Bus fahren, weil ich dem Fahrer keinen 10 Euro-Schein zumuten wollte, stattdessen ging ich zu Fuß und habe mich dabei total verlaufen. (Ja, es gibt den Vorgang sich verlaufen noch. Wenn man kein Hochleistungstelefon hat.)

Als ich dann doch den Bahnhof fand, kam die Panik vorm Schienenersatzverkehr, denn ich war vom Verlaufen verschwitzt. Ich konnte mich unmöglich in diesen Bus setzen. War zu eklig. Hätte ich doch nur geduscht.
Denn Duschen ist ein Vorgang, der primär dazu dient, den eigenen Verhaltensauffälligkeits- und Signalradius zu schrumpfen, damit man nicht stört.

Samstag, 25. April 2015

Computercortison

Fette Flocken statt fetter Schrift. Der Rechner summt.
Und betäubt die Nerven.
Memes aus Moos: draußen ist was los.

Vor kurzem brannte meine Grafikkarte durch. Nicht weiter schlimm, kauft man sich eben eine neue. Beginnt, sich mit diesen Geräten zu beschäftigen. Drei Lüfter, ein Kühlergrill, vier Lüfter, lächerliche Bezeichnungen. Monster mit Preisschild. Ich wollte nicht, konnte für so etwas kein Geld ausgeben. 200€ und aufwärts, Kosten eines Mikrourlaubes.
Also unterwegs mit Onboard-Grafik. Kein The Crew, kein Geglotze in künstliche Welten, klar, manches ging, aber mit Verzögerungen. Rissen im Bildschirmgemälde. Stattdessen spielte ich alte Titel von Spiderweb SoftwareGeneforge, Avernum: Escape From The Pit. Außerdem Sunless Sea. Textbasierte Titel mit hohem Fremdweltengrad. Großartige Spiele, keine Substitute. Aber mit hohen Anforderungen an die Vorstellungskraft. Aber selbst Sunless Sea, ein Unity-Titel, lief mäßig. Ich wurde nervöser. Etwas fehlte.
Ich suchte weiter nach Grafikkarten, ganze Abende lang, nach etwas, das mir dumme Entspannung – nichts lesen müssen, nur gucken – garantieren würde, aber trotzdem mit Bescheidenheit: nur ein Lüfter sollte es sein. Ich weiß nicht ganz, warum mir das so wichtig war.
Ich erinnerte mich an Spielesessions, bei denen ich stundenlang geradeaus gefahren war, mit dem Gamepad in der Hand und überhaupt nichts fühlte, als hätte ich ein starkes Schmerzmittel genommen. Dazu Musik. Alles legal und im Rahmen der Möglichkeiten.
Die Fluchtorte waren mir nicht mehr zugänglich, die Zugangsvorraussetzung durchgebrannt. Von anderen höre ich oft, dass, wenn etwa ihr Smartphone kaputt geht, von irgendeinem Freund immer schnell Ersatz herkommt. Ältere Technik, die nur rumliegt, rutscht die Rampe runter zu einem. Bei mir nicht.
Ich bin oft für andere da. Höre mir an, was sie für Probleme haben, oft sind das komplexe Darstellungen von Beziehungsgeflechten, die man entwirren muss. Mir war es nie aufgefallen, aber ich spielte tatsächlich zur Entspannung. Ich gebe es zu. Um nicht da zu sein? Was weiß ich. Es steht vielleicht im Widerspruch zu allem, was ich bisher auf dieser Seite behauptet habe. Der Wegfall der konstruierten Pose, drunter liegen angeschmorte Nerven.
Wie soll ich mich nun verhalten? Eine Grafikkarte kaufen ist, wie ein schwarzes Ticket zu erwerben, kein goldenes, die findet man ja per Zufall.
Kennt ihr das, ein Suchtmittel abzusetzen? Stellt euch vor, das Internet fällt für ein paar Stunden aus, man ruft trotzdem den Browser auf, um gegen eine Fehlerwand zu laufen. Eine Reihe von Schocks. Dann setzt die Heilung ein.
Gefühlt häufig fängt man dann an, zu zeichnen. Die Zeit verlangsamt sich, man kann Stunden wieder in Echtzeit fühlen, sie werden nicht runtergerissen oder verschlungen. Es tröpfelt.
Ich weiß nicht, ob ich an manche Orte zurück möchte, die virtuellen USA, das virtuelle Hawaii, Ibiza. Vielleicht muss ich dort wirklich hin. Mit dem Durchbrennen meiner Grafikkarte ist etwas passiert, ich kann es noch nicht benennen, aber es geht um weitaus mehr als Bildraten.
Ich schreibe diesen Text in Leipzig. Leipzig ist nicht weit weg von Chemnitz, trotzdem war ich kaum dort die letzten Jahre. Ich musste nicht. Wenn ich fort wollte, konnte ich schneller springen, billiger, immersiver. Aber in Wirklichkeit saß ich mit einem knubbeligen Gamepad zu Hause und glotzte. Gamepads haben sich durchgesetzt am PC, viel mehr Menschen nutzen sie. Vielleicht, weil man dabei etwas in der Hand hat, dass sich wie ein Organ anfühlt. Bei Maus und Tastatur muss man die Hände ausstrecken. Sie liegen flach auf den Geräten. Es ist eine künstliche, technische Situation. Bei Gamepads klammert man, das Ziel ist, alle Übersetzungsmühen zu nivellieren. Irgendwas stimmt mit diesem Immersionsgedanken nicht. Vielleicht bin das auch nur ich.
Das war kein Erweckungserlebnis. Eher ein Erschreckungsbewegnis. Computerspiele sind Cortison. Ich glaube nicht, dass diese Verletzung so schnell aufhören wird, wehzutun. Vielleicht ist es auch gar keine Verletzung, sondern der eigentliche Antrieb, fortzuleben, der schmerzen muss. Den man keinesfalls verkleben darf.

Freitag, 24. April 2015

Unvollständige Geschichte des Freibades

Das Freibad wurde vom Homöopathen und Erinnerungsforscher Gerd G. als Geruchsort (Pommes, Sonnenöl, Zigaretten, Chlor) konzipiert, um das "Gedächtnis des Wassers" zu beweisen.  Schon der kleine Gerd träumte von monströsen Petrischalen - also Schwimmbecken - welche die Geruchsinformationen speichern und abgeben sollten.
Rutschen mochte er auch.
Leider ging das Experiment schief und die Geruchserinnerungen blieben ganz konventiell bei den Besuchern des Freibades hängen.
Das Wasser hingegen interessierte sich nicht für Pommes und Sonnenöl und vermochte sich zwar an jede Person zu erinnern, die es aufnahm, all die Turmspringer, Reingleiter, Gesäßbomber, wenn es allerdings gefragt wurde nach einzelnen Personen, schwieg es wie ein verletztes Grab.

Donnerstag, 23. April 2015

Pause an der Bushaltestelle

Sitze an der Haltestelle vorm ALDI, hinter mir langweilt sich die Sonne ("Will ich morgen wieder aufgehen? SO öde!")

Die Vögel bauen Häuser. Und singen fröhliche Lieder:

Tirili! 

("Hätte gern ein Nest aus Stein / Aber keiner bezahlt mein Gesinge / Will mich wirklich jemand haben / Mich fettes Vogelschwein?")

Tschülp! 

("Ein Luxusnest mit eigenem Vogelbad / Wie die Amsel aus dem 1. / Ach, ich muss jetzt weiterträllern  / Fühl mich heut so malad.")

Mittwoch, 22. April 2015

Heute im Führungskräftevideokurs "Machtmoves mit dem Bürostuhl":
Sich kräftig vom Tisch abstoßen und an ALLEN Mitarbeitern vorbeirollen.

Morgen im Führungskräftevideokurs "Machtmoves mit dem Bürostuhl":
Den Hintern kurz anheben und lautstark wieder ins Polster krachen lassen.

Übermorgen im Führungskräftevideokurs "Machtmoves ohne Bürostuhl":
Whiteboard mit billigstem Fensterreiniger wienern.  Geruch wirken lassen. Durch den Billigfensterreinigergeruch werden bei 80% der Mitarbeiter traumatische Erinnerungen frei. So ein Angstschub motiviert ungemein!

Hubert Kah über seinen Karriereknick

"Alles lief gut, bis ich dann durch einen Übersetzungsfehler in Japan als Kuhbert Ha bekannt wurde.
Stell dir das mal vor, Auftritt mit TV-Liveübertragung bei einer Hiroshima-Gedenkfeier - und jeder nennt dich Kuhbert. Ich musste unanständig feixen, konnte kaum singen. Alle waren sehr gekränkt. Das war das Ende meiner Karriere, ich wurde nie wieder eingeladen.
Zum Glück bot mir Michael Cretu dann Obdach in seinem Keyboard. Die waren damals ja noch riesig! Ich schlief auf Flächensounds. So weich."

Freitag, 17. April 2015

Die Geschichte des Rummelplatzes

Rummelplätze waren Fallen einer außerirdischen Art, die alle Menschen ins All schleudern wollte. Leider gab es auf der Erde zu wenig Strom. Also änderten sie ihren Plan, erfanden Eurodance und eine Methode, menschliche Todeslustpheromone in Geld zu konvertieren.
Diese Rummelgelder kommen zum Großteil der Atomkraftindustrie zu, um den Plan, alle Menschen ins All zu katapultieren, doch noch umzusetzen.
Der Konstrukteur dieser Todesmaschinen war ein Sadist, der seine Absichten kaum zu verbergen vermochte, ein Karussell nannte er z.B. Starflyer:

Donnerstag, 16. April 2015

Schwimmbadchronik

30. März 2015
Morgen geh ich erstmals seit Jahren wieder in ein Hallenbad, das Stadtbad Chemnitz. Die Architektur ist sehr brutal und ich freu mich drauf. Vielleicht werde ich eine Postkarte verschicken!

Bildquelle: hollywood-photostudios.de

















31. März 2015
Vorbereitung und Shopping
Habe bei Zara auf der Website eine türkise Badehose entdeckt und die will ich jetzt haben. Werde wie ein kränkliches Gespenst aussehen.

Vorüberlegung
Möchte ein Hallenbad mit Leinwänden an den Stirnseiten, auf denen jeweils verschiedene Udo Kier-Filme laufen. Aber nichts von Fassbinder!

Umkleide
Das letzte mal, als ich mich so unwürdig und verletzlich fühlte war bei der Musterung.

Betrachtungen
Muskelkörperbefremden. Als hätte jemand im Fitnesstudio mit körperlicher Arbeit Spielgeld erzeugt und davon Körperhubbelimplantate gekauft.

1. April 2015
Gestern nach dem "Sport" saß ich bei D., aß Mandelschokolade und neidete übergewichtigen Schwimmanfängern ihre Rekorde.

7. April
Ich will keine Toten entsorgen.
Heute gehe ich wieder schwimmen.
Wie ein alter Mensch, nur ohne alte Planschefreunde.







14. April 2015
Vormittag
Heute ist wieder Schwimmdienstag in Chemnitz und ich beginne schon auszurechnen, ob ich die Strecke zu D. theoretisch auch schwimmen könnte.

Nacht nach dem Wasser, Chemnitz
Mein Quaken in der Dämmerung. Den Mond über Chemnitz suchen. Aber diese Stadt wird nicht von oben beleuchtet. Das Licht kommt aus dem Boden.

Heimweg
In der unironisch melancholischsten Stimmung auf dem Handy, auf dem eigentlich keine Musik ist, ein Musikstück von Theben finden.

21. April 2015
Davor
Der Fluss, der durch Chemnitz fließt, heißt Chemnitz. Das ist so hübsch wie die Stadt "Stadt" am Fluss "Fluss", wo der Hund "Hund" badet.

Danach
Wie ein junger Pfusch im Wasser.

Postreligiöses Gebaren

"Heute kommt der neue Pfarrer, bist du auch so aufgeregt?" 

(Pforte geht auf.)

"Ooh, er sieht gut aus!"



Mittwoch, 15. April 2015

Hier heißt es nüchtern "Nervensystem", aber mit "nervous system" kann ich mich viel besser identifizieren.

Gruppenarbeit

Bei faden Diskussionen alle Objekte auf dem Tisch (Banane, Nudeln, Sekt "Fürst von Metternich", Pralinen) mental umarrangieren.  Nein, das ist nicht meine Schrift.

Montag, 13. April 2015

Grand Theft Abfall

Ich würde mir lieber den Quellcode von 3D Sex Villa in Frakturschrift auf den Rücken tätowieren lassen, als freiwillig GTA V zu spielen.

Freitag, 10. April 2015

Mittagswinterschlaf.

Donnerstag, 9. April 2015

Meine Spiegelung im dunklen Schirm

Du denkst, du wärst Truman Capote, aber wenn der Computer aus ist, spiegelt sich im schwarzen Bildschirm nur Truman Streckfus Persons.

"Will ich jetzt 'Truman Streckfus Persons' bei Google eingeben?" (Ich, in deinem Kopf.)

"Streckfus Persons ist Capotes Geburtsname." - "Capote, der mit Audrey Hepburn, ja?" - "Der, der 'Breakfast at Tiffany's' sang. Riesenhit!"

Mittwoch, 8. April 2015

Reckxorzismus // Das Böse in mir

Ursache
"Meine Lippe tut weh." - "Das kommt davon, weil du so viel Unsinn redest." - "Und meine Finger auch." - "Weil du halt das Böse bist!"

Wunsch
"Lieber Gott, bitte mach trotzdem, dass meine Lippe nicht mehr wehtut." - "Ach Vinzenz, wenn meine Freunde mich mit dir sehen, leidet mein Image so."
"Dann frag bitte Jesus. Kann er das Böse aus mir wegkratzen?" - "Muss ich erst deine Eltern fragen. Moment.
Nein, es darf nicht zum Spielen rauskommen."

Lösung

"Sport reinigt Seele und Magen. Rauf auf Reck und Barren, nicht mehr ausharren. Wir werden nun den Teufel aus dir rausturnen."

Widerstand

"Reckstangen werden aus Zauberstäben besiegter Fantasymagier gefertigt und magisch begabte Personen spüren bei Kontakt damit den alten Zorn."

Freitag, 3. April 2015

Kopfkissen als Schlafschafott.

Dienstag, 31. März 2015

Bedrückt drücken

Der Knopf an Ampeln schaltet in Wahrheit nur eine Webcam an, mit der man im Darknet traurigen Deutschen beim Warten zugucken kann.

Samstag, 28. März 2015

Im Schutz des Faltenbalges


Trotz der Tatsache, dass ich seit vielen Jahren Bus fahre, wusste ich nicht, wie die Gummivorrichtung in der Mitte eines Gelenkbusses heißt. Allein dafür hat sich der Kauf dieses Buches gelohnt. Aber natürlich ist da mehr: Die Akkordeonistin schreibt mit der Gelassenheit eines freundlichen Geistwesens über die Menschen, die ihr unterwegs begegnen und schafft es dabei, weder übermäßig gütig zu sein, noch irgendeiner Form mit Abscheu zu kokettieren. Sie verwendet öfter das "wir", wenn sie sich von sich und, tja, den Insassen spricht, was ihren Geistercharakter noch unterstreicht: Sie, verwachsen mit der ganzen Maschine, Rädern, vielleicht sogar dem Fahrer, alle zusammen beobachten, deklinieren Sitzkonfigurationen durch, wer setzt sich weshalb wohin, wie verhalten sich Menschen in einem Raum mit Sitzen, der durch die Gegend schlingert - die 122 Winzgeschichten decken eine erstaunliche Bandbreite an Situationen ab. Als hätte jemand es geschafft, diesen Rätselzählfragen, bei denen Menschen ein- und aussteigen und am Ende nach der Augenbrauenfarbe des Busfahrers gefragt wird, die Gemeinheit und Sinnlosigkeit zu entziehen, stattdessen echte Geschichten daraus zu machen.

"Sitze im Bus" ist als E-Book erhältlich bei Minimore und bei Amazon.

Donnerstag, 26. März 2015

28.

Am Nachmittag vorm Geburtstag
"Feierst du rein?" - "Hm. Treffe mich mit... Freunden. Im Café! Ganz normal!"
"Du meinst, du kaufst Mon Café Sahnerollen und gibst ihnen Namen."



Am Tag nach dem Geburtstag
Die Party war süß. Manche waren wirklich erfreut, mich zu sehen, nur J. wie üblich gestresst. Es kamen noch andere Gäste.

Mittwoch, 25. März 2015

Beutekunst und Brötchen

"Ich schlage dir eine Wette vor. Es wird aber hart. Du musst in die Apotheke gehen und sagen, du hättest gern Umckaloabo. Dann gebe ich dir 20 Euro."

"Mach ich nicht. Und du schuldest mir noch 100 Euro von der Fitnessbrötli-Wette. Geh zum Bäcker, sagtest du, bestell die peinlichste Brötchensorte. Und was ist mit dem einen mal, wo du meintest, ich solle mal bei NANU-NANA fragen, wann sie denn all die Beutekunst zurückgeben würden?"

"War doch schön bei der Polizei!"

Dienstag, 24. März 2015

Pierre B., Erfinder des Videospiels

Pierre Boulez, Urvater des Videospiels, mit einem Prototypen seines Rennspiels "Pierre Boulez Kart Racer". 

Pierre Boulez und John Carmack diskutieren lebhaft die Auswirkungen von "Commander Keen" auf die Popkultur. 

Und zu guter Letzt: Pierre Boulez 1970 beim Test einer von ihm entwickelten Gestensteuerung für Computerspiele. 

Montag, 23. März 2015

Glamouröses Durchbrennen

Meine Radeon-Grafikkarte brannte vorhin durch, als ich gerade ein gigantisches Foto einer Flasche "Gräfin Cosel Rosé" herunterlud.

Samstag, 21. März 2015

Greus Geburtstag

Arx Fatalis: Monster, die keine Monster sind. Du siehst sie  von weitem und kannst nicht sicher sein.
Eine wichtige Lektion.
Ich habe nächsten Mittwoch Geburtstag. Und die meisten Freunde verloren.

Donnerstag, 19. März 2015

Husch, ins Bett!

"Hausarzt" leitet sich vom Wort "Hausch" ab, das wiederum vom altdeutschen Begriff "Huschen" für "Pfuschen" abstammt. Pfuscharzt. Wie wahr.

Bei Arzt #1
"Mich hat ein Pferd abgeleckt und dann sind wir fiebrig in den Sonnenaufgang geritten, nebeneinander." - "Ich schreibe ihnen Ibuprofen auf."

Bei Ärztin #2
"Meine Mami war ein Mähdreschroboter zu LPG-Zeiten und hat mir rostige Schaltkreise vererbt. Örg." - "Ein paar Tage Bettruhe werden helfen."

Mittwoch, 18. März 2015

Was an kluger deutscher Musik nervt

... ist der letzte Track aller Alben, der "Zersetzung" heißt und weihevolle 14 Minuten rumapokalypsiert.

Nie wieder Schluckauf!

Wenn der Schluckauf passiert, dann gilt es, unverzüglich die letzte Esshandlung in Zeitlupe zu wiederholen. Meist ist bei Schluckauf Hektik im Spiel. Die Zeitlupenmethode hilft dem verwirrten Körper, die letzte Handlung (wie bei einem Film, er passt halt nicht immer auf, manchmal hat man Erdnussflips im Mund, alles zu laut!) noch einmal nachzuvollziehen.
Trinkt diesen Schluck Cola. Ganz, ganz langsam. Sofort wird sich der Körper beruhigen. Er hat nichts verpasst. Genauso bei Essen. Pommes verschlungen? Esst die Pommes. In. Zeit. Lupe.

Diese Methode hat sich über die letzten Jahre bei mir als extrem wirksam erwiesen. Wichtig ist wirklich, unverzüglich beim ersten Aufstoßen zu reagieren, sofort die Wiederholung vorzunehmen.

Mittwoch, 11. März 2015

B.

"Berlin, das ist keine Stadt, das ist nur ein loser Verbund herumtreibender Scheißhaufen, die durch einen Zug verbunden sind, der durch die Kanalisation fährt."

Mittwoch, 4. März 2015

L*st Highway

Bei den erotischen Reizworten "Raststätte", "Hörbranz" und "vermurkst" würde ich mir auch erregt auf die Lippe beißen.

Dienstag, 3. März 2015

Knotenkunde, Notenwunde, Musik und Schmerzen

"Das ist Prusik in meinen Ohren. Der Prusikknoten ist ein Klemmknoten, der sich unter Belastung zuzieht und bei Entlastung wieder lockert."

Dienstag, 24. Februar 2015

Pflegestufe 1000.

"Wie war dein Date so, hm?" - "Der Typ, ey. So ein Onlinemensch halt." - "Wie sah er aus?" - "Total ungepflegt." - "Sein Blog?" - "Ja! Ihh!"

Moronische Jugend

In unserer Jugend chatteten wir nur mit coolen Celebs. Der Drummerin von Debbie Rockt!, Nils D., Helene H. - wir waren so scheiße.
Nils verbot uns irgendwann, die Sticker, die wir aus seinen Bildern gemacht hatten, weiter bei DaWanda zu verkaufen. Ich kann es verstehen. Die Drummerin fand unser Zine bald schlecht, also bereits bei der zweiten Ausgabe und sorgte sich um die Bäume, die dafür gefällt wurden. Sie rechnete alles in Büchsen um, von denen man ja tagelang leben könne: "Euer Zeug ist Luxuskram, davon kann ich eine Woche Fisch essen!"

Enie bringt Kuchen


Montag, 23. Februar 2015

Satanisches Singwochenende

Ich beende wenige Spiele.
Aber am Wochenende hab ich einen meiner Lieblingstitel - Clans, in Deutschland Satanica - durchgespielt. Ich brauchte 16 Stunden, in Echtzeit aber mehrere Monate. (Mein englischer Text dazu ist, oh je, bereits 6 Monate her!)

Außerdem habe ich Samstags und Sonntags viel über meine Gesangsstimme gelernt. Der Nachteil an dem Gelernten ist nur, dass die Liste der Dinge, die ich stimmlich nicht mehr machen will, noch viel länger geworden ist.

Dieses Clans ist total nihilistisch. Ein Totklickrollenspiel ganz ohne Erfahrungspunkte. Verweigerung von simplen Belohnungen. Erotisch und ganz in Grau und Braun. Ich wiederhole mich. Egal.


Sein indirekter Nachfolger Dragonfire hat nicht mehr diese geil gestrengen Filmation-Anleihen, stattdessen sieht es eher aus wie Baldur's Gate. Mit einer Art von halbflacher Perspektive, die ich nicht verstehe - aber vielleicht fand man die strengwinkelige Ansicht irgendwann einfach zu technisch, zu altmodisch.
Aber man kann in Dragonfire als Ente spielen.

OHJEALLESFALSCH


Liebe Kinder, tut euch selber einen großen Gefallen und benennt eure Projektdateien ordentlich.

Samstag, 7. Februar 2015

ThePiano1990 - Year 2015

ThePiano1990 ist mein absoluter Lieblings-YouTuber. So stoisch, so würdevoll, keine Kommentare, aber er hört niemals auf.





Mittwoch, 4. Februar 2015

Songtextentwürfe _ 2015



Android aus Ästen / Wache auf wenn die Tauben gurren / Techno und Trottellummen / Bionikglieder aus Birkenholz / Muss sie jetzt festzurren

Menschen gehen schief / Aber sehr lasziv.

Standascher in Uhrglasform / Asche rieselt leise runter / Stündliche Medikation, es schneit / Nikotin, Kaffee und Tees / Neuschneedragees

Katzen auf der Straße † Memes aus Moos † Fette Flocken statt fetter Schrift † Der Rechner summt und betäubt die Nerven † Draußen ist was los

Die Sinnlichkeit des Sinnlosen / Ist sicherlich ein Konstrukt / Ein Gerüst auf dem man balanciert und nistet / Mit Vogelmenschen gluckt / Brüten gegen die Pleite ~ Ich esse Eierschalen ~ Calciumcarbonat und Kreide ~ Mein Gesang muss schöner werden ~ Soll meine Miete zahlen

Schlagersonne Supernova / Liege heute auf dem Sofa / Laserlächeln Weiße Zähne / Kartonkarriere Pappepläne / Bin nicht faul / Muss nur gähnen

Zarte Hände kneten Knete \ Krude Skulptur \ Superhete \ Modell von einem fremden Leben \ Kinder machen \ Welt bereisen \ Raten überweisen

Kulimontage auf Ketamin † Ich weiß nicht wie das geht † Ich weiß nicht wie das wirkt † Drogen, Arbeit, Kunst, Routine † Ich bin eine Ruine

Festlich schlechter Empfang _ Eines Diplomaten aus Drückeberg _ Wellenwesen _ Abgesandter des Irrelevanten _ Immuninität durch Tomatensaft

Scheppernde Becken / Riesenrutsche / Rosa Rauschen in Radebeul / Moronic Youth / Muss draußen bleiben / No Wave-Party im Wellenbad

Gebenedeit sei die Flucht deines Leibes _ Am Morgen war er einfach weg _ Dein Geist kroch in ein Kissen _ Keiner wird dich vermissen _ Ein Mensch legt sich ins Bett _ Er bettet den Kopf auf dich, das Kissen _ Du hörst zu wie er mühsam schläft _ Die Lungen leicht verschlissen

Plasteblumen, Spritzgebäck, heute fühl ich mich sehr keck _ Im Bistro am Kreisverkehr _ Zeige ich mein Lächeln her _ *Krümel wegschleck*

Der Toastbrotmann baut ein weiches Bett _ Ein Bett aus Weißbrotscheiben _Neben Regal 10 _ Dort ist es _ Wird er aus dem Leben scheiden

Der Teufel frisst ein Schokohörnchen _ An Blumen riechen, Ödnis lindern _ Ein schöner Brunch mit Frau und Kindern _ Au, da war ein Dörnchen

Kuscheltiere kriegen Krebs _ Von hellem Kinderlachen _ Der Stress ist groß im Bauch aus Plüsch _ Was wird das Kind heute mit mir machen?

Ein Brezelbaum am Rand der Stadt _ Verschlungene Äste voller Salz _ Schulgruppen puhlen es ab _ Wieso der Baum keinen Spaß dran hat

Stehe vor dem Donutfach _ Iss uns nicht _ Werd nicht schwach _ Kauf lieber etwas Katzenfutter _ Sie hat was geleistet _ Sie war schon Mutter

Draußen grau _ In einer besserer Welt wäre Grau kein Slur _ Würde man das Grauen schätzen _ In besserer Welt wär ich weder Mann noch Frau

Was ist schon ein Zimmer im Hotel _ Ich lerne die Dusche kennen _Ganz viele neue Knöpfe _ Draußen ist es heute fad _ Ich wasche meine Köpfe _ Ich wasche meine Hälse _ Das tun die so in alten Lausbubenfilmen _ Die Lümmel _ in der erstbesten Bank _ Machen sie gerade eine Lehre _ Okay _ Hab doch nichts gegen Azubis _ Dafür bräuchte ich viel mehr Hybris _ Habe sie verteilt auf Kopf 1 bis 8 _ Heute wurde mir einer abgemacht

Ich bin gar nicht entspannt _ Und werde es nie sein _ Greifst du mir ins Kreuz Onkel _ Wirst du es bereuen _ Staubsaugeronkel S. _ Vorwerkonkel S. berät mich jetzt in Sachen Energie _ So sehr hat er sich noch nie _ Für mich als Verbraucher interessiert 

Freitagnacht in einer Bar / Das Gesicht will weg / Es krabbelt / Die Haut ist eine Fehlerwiese / Dermaphobie / Ein eingewachsenes Haar

Extremisten wedeln mit  Gliedern / Bezwinger ihrer Körper / Schlackern mit blutleeren Ohren / Zu ungefähren Liedern / Hab mein Bein verloren


Ich kann auch Spaß und fröhlich sein / Muss mich nur darum mühen / Meine Nerven sind aus Stroh / Informationen sengen / Nervenbahnen glühen

Ein leerer Raum / 20° / Die Wand als Schutz im Rücken / Die ideale Party ist nicht still / Aber nur Ordnung im Gefüge / Kann mich verzücken 

Kriegst die Tür nicht zu / Denn er hält sie auf / Kavalier alter Schule / Blieb bis heute sitzen / Kriegst Magen-Charme / Von seinen Witzen

Abfuckromantik / Inka Bausemantik / Plattenbau / Bauernhof / Elendspfau / Rotkohlreime über das Verwesen / Erregen maximal Andreas Dresen

Dienstag, 3. Februar 2015

Tausendsassas und Multitalente

Ich gucke mir diese blöden Superbowl-Werbespots, die meine Mitmenschen so begeistern, erst dann an, wenn Leonard Diepenbrock sie in 10 Jahren auf Super RTL in seiner Sendung Witzig, spritzig: Die besten Werbeknaller der Welt präsentiert.


Leonard Diepenbrock ist Geschäftsführer der TOX-Dübeltechnik GmbH, außerdem Harvard-Absolvent. Hoher Bildungsgrad, aber keine Angst vor Dübeln und Privatfernsehen. Ein echter Tausendsassa! Eigentlich halte ich nicht viel vom Konzept der Multitalentiertheit - es gibt allerdings den Sonderfall, bei dem sich ein Basistalent auf verschiedene Disziplinen anwenden lässt. Ein schönes Gehirn, das verschiedenste Bereiche konzeptionell zusammendenken kann, darf auch auf mehrere Hochzeiten, aber nicht überall heiraten.

Tausendsassa, in Österreich Wunderwuzzi, ist eine Hypostasierung des Zurufs „tausend sa sa!“, einer übertriebenen Steigerung von „sa sa!“. „Sa Sa“ wurde als Hetzruf für Hunde verwendet (vermutlich aus frz. ça = das). Somit könnte man Tausendsassa übersetzen mit: "Tausend dies und das." Quelle

"Ich bin ja ein echtes Multitalent, male, singe, schreibe, mache Skulpturen, Seidenmalerei finde ich auch gut." - "Du putziger Wunderwuzzi!"
Dann blinzelt das Multitalent kurz, überlegt, ob es gerade beleidigt oder gelobt wurde und man lässt diese Wunde einfach mal so stehen.
Die deutsche Sprache ist wie ein Insektenstaat, der unter Stress immer wieder neue giftstachelige Kampfsubstantive ("Griechenwut") bildet.

Der Jungmann sagt:

"Mein kultureller Horizont reicht nur von von DJ BoBo (ironische Verachtung) bis David Lynch (begeistertes Staunen). Ich schäme mich oft sehr."

Neo Magazin Egale

Das einzige Produkt der Unbillundhohnfabrik ist alles vergiftende Ironie. Eigentlich könnte man sie schließen. Wegen Kinderarbeit. Denn es heißt, auch wenn es nicht völlig glaube, nur Kinder hielten sich für unsterblich.
Alle Kritik, die Böhmermann und seine Boys (und ein paar Frauen) trifft, läuft an ihm runter, wird eingesaugt und mit Häme versehen wieder zurückgespuckt. Das betrifft auch seinen LOL-Lakaien Olli Schulz.
Was soll dieser Unbesiegbarkeitsgestus? Warum nicht einfach mal klein beigeben? Wo ist da die Freude am Scheißesein, an den eigenen Fehlern?

Montag, 2. Februar 2015

Das Problem mit dem Wort "Augenweide" ist, dass die einen es als gegeben hinnehmen und die anderen auch nur eine Wiese mit Augen drauf malen.

Samstag, 31. Januar 2015

Schlaflieder sind sinnfrei

Wer schlafen will hört keine Lieder / Wer schlafen will legt sich darnieder / Die Muskeln fahren runter / Zuck / Und du bist wieder munter.

***

Eine fremde Familie sitzt im Restaurant um einen Tisch, wie eine böse Clusterbombe

Familien, die um Tische sitzen / In ihre Apfelschorle schwitzen / Ich bin ein Sumpfling / Sie trocknen mich aus / mit Dehydraköpfen

Dienstag, 27. Januar 2015

Vor Marions Reisebüro hat jemand einen Becher Vanillepudding fallengelassen. Gelber Schleim in Regenpfützen.

Montag, 26. Januar 2015

Schülerschlagerpraktikum

Initialzündung
Im Ort Großenkneten bei Oldenburg gibt es ein Schlagertonstudio mit dem großartigen und eindeutigen Presetverheißungsnamen "Oneklick".

Wunschvorstellung
Möchte einmal in meinem Leben ein Praktikum in einer Technoschlagerfabrik machen und den Jargon aufsaugen: "Die Kickdrum muss mehr ötzeln!"

Vorstellungsgespräch
"Man nennt mich den Hans Zimmer des Ostens, denn ich komme aus Frankfurt (Oder) und mein Markenzeichen sind fernöstliche Heikotrommeln. Ich bot Taikotrommelkurse an, aber das war den Ostdeutschen zu exotisch. Heilsames Heikotrommeln kam aber gut an."


Alltag
"Wir sind hier ein echter Familienbetrieb." - "Jürgen, wo bleibt der Viervierteltakt?" - "Das heißt jetzt four to the floor, Vater..."
"Anastasia wies den Prinzen zurück und verließ die Szenerie. Dieser blieb aber hartnäckig, lud sie per SMS nach dem Formel-1-Rennen auf eine weitere Party ein."

Vinzenz Raindeer - Targate Atlantis



Pechmarie kehrt, ausgelacht und gedemütigt, zu Frau Holle zurück, um für ihr Recht auf  Faulheit zu kämpfen.
Basierend auf dem BRD-Kurzfilm "Frau Holle" von 1971.

Samstag, 24. Januar 2015

Halbtrunken in Stadt Wehlen

Die Elbe ist ein gräuliches Band, wir fahren parallel dazu im Auto entlang. Wollten eigentlich nur spazieren. Fluß, Straße, dann ein Riegel Häuser, dann die ehemaligen Steinbrüche.Vater erzählt von den Großeltern, wie sie 1948 nach der Vertreibung aus Ungarn hier landeten, bei einer älteren jüdischen Frau im Haus wohnten. Er spricht auch über Großvaters mentale Probleme, aber das sei alles ein Geheimnis in der Familie. Ich frage nach Tagebüchern. Die halte, falls es sie überhaupt gebe, Oma unter Verschluss. Kommen in Stadt Wehlen an. Die tschechische Grenze ist nicht sonderlich weit. Bis zum Grenzübergang Schmilka sind es vielleicht 20 Kilometer. Wir haben beide kein Talent, schöne Cafés auszusuchen. Ich möchte etwas mit Schuss. Neben uns eine Großgruppe von Kleinkindern, die ständig erzählen, auf wen sie als nächstes schießen möchten. Ich werde verschont.

Neulich sah ich eine Futtertalentschau auf RTL. Die Jury so: "Dieses Essen würde gut zu einem Büffet im Swingerclub passen." Das war schön.

Wir werden von Elvira bedient.
"ES BEDIENTE SIE: Elvira", sagt auch der Bon.
Wanke nach draußen, schnupper die Pirnaer Winterluft. Elvira muss hier bleiben. Och...

Elvira kommt schon klar.
Vielleicht hat sie ja einen Ehemann in der IT-Bronsche, der ihr zart im Bett zuflüstert: "Avira-Elvira, du bist mein Lieblingsvirenscanner."
Dann treffen wir auf der Landstraße Onkel Anton. Der spielte früher Fagott in der Komischen Oper Berlin.
Du, Elvira, träumst du von Berlin?

Kalter Samstag

Habe gerade den falschen Zug erwischt, wollte nach Dresden. Nun! Hallo, Hohenstein-Ernstthal, hier gibt es doch sicher eine Wartehahahahahahahaha...
Ich sehe mich um, habe nun eine Stunde Zeit. Mich friert es in meiner sexy Bomberbluse. War, wie so oft, nicht auf Wartezeiten programmiert. Dicke Jacken schützen, aber dafür bestrafen sie auch. Mit Hitzewallungen und Unbeweglichkeit. Bei perfekter Planung braucht man sie nicht.

Ein Golden Toast-Laster fährt vorbei. Ich fotografiere eine Norma-Tüte. Fahre Fahrstuhl. Es gibt doch eine Wartehalle. Natürlich ist sie zu. Überall Wildwest-Wandbilder. Von Dampfloks und Indianern.
Hohenstein ist Karl Mays Geburtstadt. Suche mir auf dem Stadtplan eine coole Adresse raus. Spiele das Szenario durch, hier bleiben zu müssen. Am Hasenhügel klingt gut. Oder Am Fuchsgrund!
Männer mit orangen Kapuzen werfen mir finstere Blicke zu. Möchte meinen Haarwirbel bedecken. Verschmelze nun mit einem Karl May-Wandbild.
Doofer Haarwirbel am Hinterkopf als Brandzeichen und Sollbruchstellenmarkierung, damit Schläger wissen, wohin mit dem Baseballschläger.

Kurz vorm Kältetod erscheint einem Sue White aus Green Wing und nimmt einen in ihre vier Meter langen Arme. Dann wird alles dunkel und warm.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Kurzatmiges Quietschen

In meinem Umfeld vergöttern alle Morrissey. Ich finde, er sieht aus wie ein verklemmter Footballer. Ich stehe nicht auf weinende Schränke, die von nervöser Musik umkränzt sind.
Habe viel mehr eine Vorliebe für nasale, kinky Kleinmännergesangsstimmen (kein Falsett!) und fühle mich damit oft allein. Klar, es gibt Brett Anderson von Suede, aber er ist eher brutal als süß und fällt dadurch etwas aus dem Raster raus. Falls ihr weitere Sänger im Ivers/Gerdes-Register kennt, bitte erzählt mir davon.


Ich träumte letzte Nacht von meiner Mutter. Sie hatte einen neuen Freund, der sehr ermüdend und ohne Unterlass über Mähdrescher monologisierte. Später gingen wir zu dritt spazieren.
Er erzählte wieder von Erntemaschine, sie blickte gequält.
Ich sagte zu ihm: "Weißt du was. Mutter interessiert sich nicht für Mähdrescher."
Sein Erstaunen war so groß wie ihre Erleichterung. Das habe er nicht gewusst.
Dann heirateten sie.

Dienstag, 20. Januar 2015

Bob Andrews, Recherchen und Archiv.

Falls ich mal zu müde zum Sprechen bin, verwende ich mein Bob Andrews von den Drei Fragezeichen-Soundboard. Er weiß auf fast alle Lebenslagen eine Antwort, die ich dann nicht geben muss.

(Die Vorarbeit umfasste, um die 100 Folgen auf Bob-Bites abzusuchen. Er sagt ja eher selten was.)
Man nennt mich auch Vi, die Baronesse von Lynchhausen, weil meine Texte manchmal erlogen sind. Und etwas unheimlich. Manchmal bin ich auch ein süßes, dickes Flugzeug.
Morgen sage ich wieder "Nein, nein, ich möchte etwas anderes, nicht mehr putzig sein."


Nach diesem Video von Ende Dezember wuchsen meine Fingernägel.
Ich nagte über 20 Jahre. Nun fühle ich mich wie ein Kätzchen, dem Krallen wachsen. Klicker, klacker!

Samstag, 17. Januar 2015

"Deutschland ist mit 61 Herzen das sympathischste Land der Welt!" - "61 von 100 Herzen entsprechen, laut IHK-Schlüssel, der Schulnote 3,8."

Montag, 12. Januar 2015

Gestern im Bett eine Kurzgeschichte von Kurt Vonnegut ("2 B R 0 2 B") gelesen. Wünschte mir, von keinem Autoren das Geschlecht zu wissen.
Zwar erträume ich mir genderlose Autorenschaft, jedoch habe ich Panik, männliche Autoren könnten mich in verschimmelte Weltbilder einwickeln - befürchte viel weniger die Gedanken sexueller Klemmis als die scheinbar sexuell befreiter Bohemiens: Triebhafte Hippiemaler mit tropfendem Pinsel, die ihre Billobegierde als etwas Höheres verkleiden.
Eigentlich Hippies. Hippies sind ein Alptraum.

Frühstücksflocken

Auf den K-Classic Nougat Pockets ist ein adipöses Nilpferd drauf, das mit Wolllust zum Baden in eine Müslischüssel steigt. Mir gefällt das gut, denn ist es ehrlich. Nougattaschen machen wirklich sehr dick. Ehrlichkeit ist mir eigentlich egal.

Die flippige Kröte auf den Smacks von Kellogg's heißt "Dig'em Frog".
Ob die Maskottchen sich manchmal treffen, ihr Lebenswerk vergleichen?
Ein Süßmüslimaskottchenklassentreffen. In Cereal City.



"Da kommt der Hahn von den zuckerfreien Cornflakes! Spaßhahn! Dreht den Spaß ab!" - "Ich habe einen NAMEN! ICH HEIßE CORNELIUS!"  - "Und deine Mutter ist das zweite g in Kellogg's!"

(Prügelei.)

Dienstag, 6. Januar 2015

Auf der Straße liegt ein Berg rosaner Müllsäcke. Einem Mann fällt ein Glas Marmelade runter. Stadtmitarbeiter entfernen Weihnachtsschmuck.

Montag, 5. Januar 2015

Neulich hatten wir Rodelsehnsucht, waren müde, die beschneite Welt nur noch anzugucken.
Die Nachbarin brach sich am selben Tag das Bein, beim Schlittenfahren mit ihrem Kind.
Wenn ich jetzt 10 wäre, würde ich vielleicht ein Rodelberg-Wiki betreiben. Nur ohne miese Buntstiftzeichnungen. Es würde vor den unzähligen Gefahren des Rodelns warnen, aber auch der Spaß käme nicht zu kurz!


Das Rodelbild ist aus einem mir damals heiligen Einklebebuch, das aber auch viele andere für mich relevante Dinge beherbergte, etwa geheime Pläne, bei WOM (World of Music) Musik raubzukopieren, indem man an den Musikhörstationen unter dem Kopfhörer einen zweiten versteckt, der aber als Mikrofon fungiert und an einen aufnahmefähigen Walkman angeschlossen ist.


Der Sticker gehört zur tschechischen Süßigkeit "Fidorka". Am MHD erkennt man das ungefähre Alter des Buches.

Samstag, 3. Januar 2015

Hypertextliebe-Comeback


Variante 1 Man schenkte mir zum neuen Jahr ein Gerät, das es mir ermöglicht, Bücher zu lesen, ohne einzuschlafen. Das ist viel wert. 2015 wird gut.

Variante 2 Man schenkte mir vor kurzem ein Kindle und zusammen mit der Suche gerade nach neuem altem Techno ist grad so der Meganeujahrs-Input-Überbrainfuckmoment
BÜCHERLESEN, HYPERTEXT, LESEPROBEN, BUMMBUMBUMM, RAVEFANFARE 70er FEMINISTISCHE SCI-FI-LITERATUR ZOOOM

Dietmar Dath erwähnt eine Autorin, ich tippe ihren Namen an, es gibt sie wirklich, in Sekunden lade ich eine Leseprobe runter.
Bin leicht aufgeregt von der Vorstellung, vielleicht in der nächsten Zeit viel weniger Videospiele zu kaufen, stattdessen Wörter aufzusaugen.

Freitag, 2. Januar 2015

Wer weiß, ob meine Wohnung nicht doch wandert, ihre Moleküle murren, wabern: "Ich wohne HIER. Das ist so." - "Hahaha. Nein."
Heimkehrhorror.

Und der andere Mensch, der da noch wohnt, er könnte auch durch plötzlichen Druckabfall beim Lüften aus dem Fenster gesogen worden sein.
In der 6. Klasse besuchte ich meinen Banknachbarn C., er wohnte in Kautzsch, einem Ortsteil von Kreischa.
Seine Freunde scholten mich "Keimfred". Das sitzt bis heute. Dafür ist C. heute ein verhärmter Maschinenbauer und ich bin wunderschön. Gerechtigkeit.
Auf dem Kreisgymnasium in Freital waren alle bereits mit 12 von den täglichen Busfahrten ausgebrannt, besonders J., Pfarrersohn und Punker. Die Schule begann oft schon um 7 Uhr. J. piekste mich gern mit einem Stahllineal, er hatte Komplexe, weil er fett war.
Wir wurden Freunde.
Er war klug, aber brutal und zynisch, die Freundschaft ein ewiger Kampf. Dass ich mir die Haare vor ihm färbte, nahm er mir sehr krumm.