Samstag, 24. Januar 2015

Halbtrunken in Stadt Wehlen

Die Elbe ist ein gräuliches Band, wir fahren parallel dazu im Auto entlang. Wollten eigentlich nur spazieren. Fluß, Straße, dann ein Riegel Häuser, dann die ehemaligen Steinbrüche.Vater erzählt von den Großeltern, wie sie 1948 nach der Vertreibung aus Ungarn hier landeten, bei einer älteren jüdischen Frau im Haus wohnten. Er spricht auch über Großvaters mentale Probleme, aber das sei alles ein Geheimnis in der Familie. Ich frage nach Tagebüchern. Die halte, falls es sie überhaupt gebe, Oma unter Verschluss. Kommen in Stadt Wehlen an. Die tschechische Grenze ist nicht sonderlich weit. Bis zum Grenzübergang Schmilka sind es vielleicht 20 Kilometer. Wir haben beide kein Talent, schöne Cafés auszusuchen. Ich möchte etwas mit Schuss. Neben uns eine Großgruppe von Kleinkindern, die ständig erzählen, auf wen sie als nächstes schießen möchten. Ich werde verschont.

Neulich sah ich eine Futtertalentschau auf RTL. Die Jury so: "Dieses Essen würde gut zu einem Büffet im Swingerclub passen." Das war schön.

Wir werden von Elvira bedient.
"ES BEDIENTE SIE: Elvira", sagt auch der Bon.
Wanke nach draußen, schnupper die Pirnaer Winterluft. Elvira muss hier bleiben. Och...

Elvira kommt schon klar.
Vielleicht hat sie ja einen Ehemann in der IT-Bronsche, der ihr zart im Bett zuflüstert: "Avira-Elvira, du bist mein Lieblingsvirenscanner."
Dann treffen wir auf der Landstraße Onkel Anton. Der spielte früher Fagott in der Komischen Oper Berlin.
Du, Elvira, träumst du von Berlin?
 
 
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