Freitag, 28. Februar 2014

54 Minuten faszinierende Lethargie, egal wo man hinklickt: "Traumberuf Reisebusfahrer"

 

Samstag, 22. Februar 2014

"Hey, du hast neue Schuhe, wo hast du die her?" - "Ach, irgendein Schuhladen halt." - "Aha. Also Deichmann." - "Menno..."

Donnerstag, 20. Februar 2014

Habe gerade einem Mann ohne Hände sein Dosenbier aufgemacht, nen Strohhalm reingetan, dann noch die Zigarette (Marke Petra) angezündet. Chemnitz.

Samstag, 15. Februar 2014

Raus aus dem Körper, rein in die Welt

Verließ gestern beim Anschauen eines Animes über formwandelnde Marderhunde (The Eccentric Family - Uchōten Kazoku) meinen Körper und wusste nicht mehr, wer ich war. Das war so gut.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Karriere.

Du, 1991 mit deiner kleinen Karriereleiter. Du warst so putzig.

Du, jetzt.

Montag, 10. Februar 2014

Jahr.rar - Kompression der mauen Zellen

Heute ist Tag 41 von 365, somit sind 11% des Jahres bereits verbraucht. Am 25. März werde ich 27.

Jahre werden zunehmend als Blöcke wahrgenommen, ein sehr kleiner, den man als Frühling bezeichnen könnte, dann einer, den man kaum in die Hand nimmt, weil er zu heiß ist, anschließend eine Scheibe Spätsommer, danach schon wieder Dunkelheit, Rituale, Weihnachten. Die etwas bäuerliche Jahreszeitenschablone ist nur eine von mehreren, aber die anderen sind nicht viel besser - Phasen, die mit Abgabedaten enden, Abrechnungen der Krankenkasse, vielleicht mal ein Erscheinungsdatum eines erwarteten Albums (Dieses Jahr noch keines. Worauf manche sich so freuen, ich bin neidisch. Neue Notwist-Musik? Ist ja widerlich!)

Die entscheidende Aufgabe dieses Jahr ist es, den immer aggressiver werdenden Kompressionsalgorithmus des Gehirns mit gezielten Störereignissen zu überlisten. Konkret bedeutet das, für Erlebnisse zu sorgen, die die großen Blöcke in kleinere zerteilen.

Ja, ich sagte Erlebnisse, so abartig das klingt.

Ja, ich werde mit D.s Hippiefreunden in einer Höhle im Wald schlafen. Wahrscheinlich wird mir das mehr bedeuten im Nachgang, als ein weiteres Musikalbum aufgenommen zu haben, das sich dann nicht mal meine besten Freunde anhören.

"Ich verbitter mir diesen Ton!"

Samstag, 8. Februar 2014

Ich sagte zu ihm: "Ich bringe dich zur Strecke!", und er antwortete: "Ich bringe dich nach Strecke."

Meine Kur im Erholungsort Strecke.
Strecke findest du auf keiner Landkarte, das ist ziemlich verrückt, wenn man bedenkt, dass deutsche Ortsnamen aus allem bestehen, was der Duden so hergibt. Ich denke an Besteck, Messer und Gabel. Gabel, natürlich gibt es einen Ort in Thüringen, der Gabel heißt, ich habe es eben gerade nachgeschaut. Als ich meine Theorie mit den weiteren Anfragen "Stuhl", "Vase" und "Fenster" unterfüttern möchte, ist es aber schnell vorbei. Nein, es gibt keine Städtchen Vase, Stuhl, Fenster. Damit ist Strecke als Ortsname also vielleicht doch etwas Besonderes.

Kopfkino ist so ein Wort von Menschen, die schreiben, als würden sie Drehbuchanweisungen fürs Gehirn formulieren.

"Er ging die Straße hinunter, sah sich um, grinste und fuhr sich durch sein dummes, dummes Haar."

Ein Satz muss sich krümmen, die Zeit, die ich bis zu seinem Punkt brauche, darf nicht proportional zum Inhalt sein, ist das alles? Ich denke ja.

"Ich habe schönes, dichtes Haar,  die ideale Ausfahrgelegenheit für mein Fingermoped. Tausendmal drin gerührt, mit dem Lockenstab die Suppe umgewälzt, tausendmal gemacht und ich hab 'Wrumm!' gedacht."





Mein großer Bruder heißt Edgar und ich heiße Halbgar. Es ist Sonntag. An den ersten Glücksspielautomaten konnte man kein Geld gewinnen, aber Kaugummistreifen. Ich war seit einiger Zeit nicht mehr beim Zahnarzt. Ob es in Strecke einen guten Zahnarzt gibt? Oh Pimmel, da sind Jugendliche auf der anderen Straßenseite, die tragen Springerstiefel, also Stiefel mit Sprungfedern drin. Die Sprungspunde sehen aus wie Kängurus. Sie haben alle Beutel vom Kaufhaus Stolz. Ich hab schon mal Känguru gegessen, in einem gutbürgerlichen Restaurant. Es schmeckte wie Kuh.
"Hey, Halbgar!"
"Wow, ihr könnt mein Namensschild auf die Entfernung lesen?"
"Halbgar, wieso hast du ein Namensschild?"
"Das ist, weil ich jetzt hier Kur mache und die Leute mich begrüßen können. Ich bin doch nicht der erste Gast, oder? Seid ihr dämlich?"
"Ja, wir sind dämlich."
"Das ist schön, dann können wir Freunde sein. "

Es ist doch total egal, wo dieser Ort liegt, der Mann, den ich zur Strecke bringen wollte und der mich stattdessen nach Strecke brachte, hat mir die Augen verbunden mit einem Cyberhelm, die ganze Fahrt über zeigte er mir Trickfilme zur Beruhigung. Die Schöne und das Biest. Das war ja der erste Disney-Film mit im computergenerierten Kamerafahrten. Bei der Tanzszene musste ich mich dann leider übergeben, auf mein schönes T-Shirt, das der Mann, den ich so abscheulich finde, mir an einer Tankstelle gekauft hat.
Ja, ich durfte zwischendurch mal die Brille absetzen, da war eh gerade ein Film vorbei. Worum ging es darin? Na, es war so eine Dreiecksgeschichte. Es ging um ein liebes Dreieck. Das hat nie jemandem was getan. Es hat generell nie was getan. Der Film war okay, weil er nicht spannend war.
Das T-Shirt, das ich mir nicht kaufen durfte, zeigte William Shatner, der ein Oberteil trägt und weil das so spannt, muss er seinen Bauch einziehen.
Es wurde dann ein einfaches, weißes. Beim Drüberziehen im Auto meinte mein Fahrer, er könne meine Nippel sehen und übermalte die Stellen mit einem Edding.
So kam ich dann in Strecke an, getrocknetes Erbrochenes auf einem Shirt mit zwei schwarzen Punkten.

Zum Abschied meinte er, ich solle doch nicht so neidisch sein auf seinen Erfolg. Er sei eben ein Künstler und die Menschen in seiner Stadt hätten das jetzt begriffen. Wieso ich ihm das nicht gönnen könne.

Durch die grünen Neide geht ein Junge, fahl und bäh

(Das Zitat am Anfang eines Buches, das nie jemand liest.)
 
 
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