Samstag, 11. September 2010

Mit dem Bus durch Chemnitz. Ein Geruch weht unangekündigt durchs Fenster, man kennt das, es wird vorbeigehen.
"Du, wie kann es sein, dass ein ganzer Stadtteil nach Deo riecht?"
"Vielleicht ist eine Fabrik ausgelaufen..."
"Hörst du etwa Sirenen?"
"Die Leute freuen sich eben, wenn's gut riecht und rufen nicht an."
"..."
"Vielleicht ist es auch nur die Frau hinter uns, die sich gerade eingesprüht"
"Du bist viel klüger als ich"
"Mhm"
Mein Mann hat sich das Programm Adobe Futtershop gekauft für 2500 eur und jetzt warte ich schon 3 Jahre auf mein Essen

*

Derzeit ist meine Reizschwelle sehr niedrig angesetzt, nach fünf Jahren Gellmersbach meldet mein Gehirn Phrasen wie "bustling with life" schon an, wenn ich auf die Straße gehe, der Verkehr fließend ist und mehr als ein Geschäft geöffnet hat. Heute morgen auch Gewirbel in der Entscheidungsgegend, als merkwürdig unerwartet die Möglichkeit besteht, alle Tageszeitungen in gedruckter Form direkt vor meiner Haustür zu kaufen.
Jetzt bin ich dabei, die Funktionsweise des Postroboters zu ergründen, gestern hat er nämlich um 8 geklingelt an der Außentür, wahrscheinlich, damit jemand auf den Türöffner drückt, aber kann das sein? Jedenfalls war tatsächlich nach dem Signalton der Briefkasten gefüllt, heute klingelte es wieder um 8, aber diesmal betätigte ich den Türknopf nicht - prompt war auch keine Post im Kasten. Zwei Stunden später hat es nochmal geklingelt! Ich drückte und uiweeh, Post für Vinz und Thmmo!

* Ein artificial alien muss jemand sein, der seine Augen in künstlichem Staunen zu weit aufreißt, dessen Perspektive deshalb verzerrt ist und der darum prinzipiell immer Gefahr läuft, überfahren zu werden.

Freitag, 10. September 2010

Norden, Westen, Norden

Dosen, nicht geöffnet oder genossen, sie enthalten Erde,
ungegossen. Da kommen später mal Kräuter raus.


Gegenüber die Fenster einer Bank, in der noch gearbeitet wird,
wenn alle anderen Läden schon längst geschlossen haben.
Ein Zimmer mit genug Licht zum Fotografieren und
Platz für Arbeitsplätze, Bücherregale, wir lassen unsere Bücher
zusammenziehen.


Auf den Fensterbänken kann man sitzen, links und rechts
behütet von Schrägen, jeder wartet in Blogs doch immer
auf Momente der Entgleisung, in denen Leute mal etwas zu
viel von sich preisgeben, ins Private abrutschen, die in jahre-
langer Blog-Übung eingenommenen Schutzhaltungen auf-
gelöst werden...

Wanted: too much information


Mittwoch, 1. September 2010

Daniela Katzenberger, die Uschi vom Gabystrich, ist jetzt auf MTV, hört sich an wie Sally Shapiro, nur ohne den Hauch einer Entschuldigungsmöglichkeit.

Bei Hurts und Justin Bieber wird synchron getanzt, wie auch bei Lady Gaga und ihrer Knochenfabrik, und diese Tänze sind in erster Linie dazu da, dem Betrachter  zu verdeutlichen, dass derjenige, dem bedingungslos nachgetanzt wird, sehr viel Macht hat, so sind auch die Worte des Hauptsängers wiederholende Backgroundsänger vor allem dazu da, die Sinnhaftigkeit eines Textes zu beweisen, denn wenn etwas andachtsvoll und widerstandslos repetetiert wird, dann kann es prinzipiell nicht so falsch sein.

In der Frühstückspause, ich esse Müsli, der Fernseher kaut Werbung, schaue ich Spots für Akut-Pickelcreme
von Cellarsil und einer der Darsteller sagt den Satz: "Der Pickeldoktor ist ausgebrannt".
 
 
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