Mittwoch, 28. Dezember 2016

Im Wintergarten meines Herzens steht nach einem Rohrbruch das Eiswasser zentimeterhoch.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Verschiebe ich Dateien von einem Müllsammelordner in den nächsten Sammelordner lasse ich gleichnamige Dateien immer gnadenlos überschreiben.

testtest.png überschreiben? Na klar!
Wenn man vor dem Urlaub die Festplatte aufräumt, wird die Rückkehr viel angenehmer. Das sagte meine Mutter schon, als ich noch klein war.

Freitag, 16. Dezember 2016

Opas Geburtstag

Auf der Familienfeier in den Gehirnpalast gehen und alle Lachen klassischen Instrumenten zuordnen. Der Bruder klingt wie eine lustige Oboe.

Meine Oma: „Die Kuh war immer die wichtigste Person im Haus. [...] Nachts kommen die Waschbären vom Wald herunter und wollen unsere Hühner stehlen.“

„Tante N., dein Haus sieht fast so aus wie das von Oma, hattet ihr denselben Architekten?“
„Ja.“
„Lebt er noch?“
„Hat sich umgebracht.“

Wenn man sich in der Provinz einsam fühlt, kann man noch immer das Intro von Depeche Mode - Stripped mit einer Klobürste nachspielen.

Kroketten und Sprite. Liebe.

Nach dem Essen / Eine Stunde wandern durch Tristessen


Freitag, 9. Dezember 2016

Quatsch-Banane

Ich sah die Quietschkrachband Melt-Banana live. Mit diesem Konzert endete meine Kindheit ganz offiziell. Jetzt muss ich noch meiner Oma einen Brief schreiben, Riven (die iPad-Version ist so super) durchspielen und ohne Nervenkrise Pommes verkaufen können, dann ist alles gut.

Sorgen, Socken und Hausmüll

Für die Angst, lebenswichtige Gegenstände versehentlich mit dem Hausmüll entsorgt zu haben gibt es keinen Namen.

Aber man Ängste und Sorgen mit einer Sockenklammer zusammenklammern und in die Waschmaschine tun. Dann Kochwäsche.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Jesus ist am Kreuz gestorben, damit ich im Bett auf dem iPad Teleshopping gucken kann. Diese Woche ist ein Wechselbad der Gefühle im Swimmingpool von Gott, den er leider nur alle paar Monate reinigen lässt.

Unter Stress bin ich entzündlich wie der Geist einer Diva, dessen Astralleib nur aus Haarspraywolken besteht.
Und zu nahe am Feuer gebaut.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Das GQ im Titel des GQ-Magazins steht übrigens für „Gelee aus Quitten“. Warum sie das dann nicht gleich QG genannt haben ist mir ein Rätsel.

(Ich bin übrigens der QG-Mann des Jahres, denn ich verkörpere deren Claim HART WIE MARMELADE, HERB WIE HONIG mustergültig.)
Kamera schwenkt um 180° weg vom Blog auf den Blogger

Off-Stimme: Im Internet scheint alles lustig, aber dieser Mensch ist sehr traurig. Er hält einen alten Teebeutel an der Schnur wie ein Pendel, lässt ihn gegen die Tassenwand klatschen. Danach ein Stück K-Classic-Rührkuchen.
Das WLAN ist ausgefallen. Er findet auf dem alten iPad, welches ihm geschenkt wurde, den Vampirfilm von Jim Jarmusch als lokale Datei. Ich mag die Momente mit wenig Netz, in denen man auf vergessene runtergeladene Dateien stößt. Plötzlich ist die Festplatte eine Goldgrube.

Montag, 5. Dezember 2016

Heute habe ich die 5 Minuten-Terrine genau bis zum Strich befüllt, wie damals, als du mir punktgenaues Bremsen beibringen wolltest.

Freitag, 2. Dezember 2016

Der Herr der Ringe (DDR-Fassung)

Im DDR-Herr der Ringe muss der Leistungssportler Grödo Strumpf zum Fichtelberg gelangen, mitten in Sachsen, um dort ein Sportabzeichen reinzuwerfen.
Katarina Witt, die eine eislaufende Elbin spielt, wurde durch den Film über Nacht zum Star.

Orween (Witt) im Bild mit dem Medaillon der Leistung.


Grödo Strumpf, der ostdeutsche Bilbo Beutlin.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Meine Tagträume handeln oft davon, dass ich ein Auto gewinne und es mit 80% Verlust auf dem Flohmarkt verkaufe und nach Steuerabzug 5€ hab.

Mittwoch, 30. November 2016

2016 habe ich meine Zuneigung für digitale rundenbasierte Brettspiele mit sehr wenig Krieg entdeckt.
2017 werde ich 30.
Ich glaube es geht abwärts.

Skyboats, Terraform, Axes and Acres

Dienstag, 29. November 2016

Dem Bruder schickte ich ein 4 Spur-Kassettendeck
Im Raum unter der Treppe mit der Beschriftung
DAS GEHÖRT NIEMANDEM
fand ich heute ein neues Deck.

Um den Raum gibt es mit der Hausverwaltung seit Wochen Streit.
Er ist voller Fernseher.
Die Hausverwaltung will ihn räumen lassen und die Kosten aufteilen.

Montag, 28. November 2016

Mein Hausarzt heißt Dr. Grau und hat große Zähne. Eines Tages werde ich in seinen Computerbildschirm steigen, der ein Tor nach Narnia ist. Diese Welt besteht anscheinend zum Großteil aus stillem Mineralwasser. Eine sehr bescheidene Schöpfung.




Sonntag, 27. November 2016

Zum Lachen in den Keller gehen, weil es dort so schön schallt, als wäre noch ein zweiter Mensch da, der über die eigenen Witze lacht.

Samstag, 26. November 2016

Sieh, die erste Kerze brennt / Zahnaufhellung im Advent

Donnerstag, 24. November 2016

Die Frau vor mir hat 100 Kilo Fleisch gekauft, das sie nun in einer winzigen Handtasche verschwinden lässt.

Sonntag, 20. November 2016

Beichtstuhlmusik > Fahrstuhlmusik.

Mittwoch, 16. November 2016

Heute fand ich in einer Bücherbabyklappe ein Ian Livingstone-Spielbuch von 1986. Als Computer bei uns noch tabu waren, liebte ich Gamebooks.
Eines der tollsten war ein christliches Propaganda-BuchWenn du in der  Bibel lesen willst, gehe zu Kapitel 232“. Außerdem hatte es eine Mechanik, bei der, wenn man Gegenstände einsetzen wollte, man deren Codenummer zur aktuellen Kapitelmarke hinzuaddieren musste - kam man dann bei einem völlig unpassenden Abschnitt heraus, hatte man wohl falsch kombiniert.

Mittwoch, 9. November 2016

Die Stimmschrauben der Harfe mit WD-40 einsprühen, dann in der Psychiatrie anrufen. Während das Rufsignal ruft gedankenverloren rumklimpern.

Donnerstag, 3. November 2016

Zwei Hemden

Zwei Hemden
In der Waschmaschine vergessen
Zwei Tage
Alte Wäsche
Wie das stinkt
Schnüff
Schnüff
Ekelhaft


Ich hätte in den 80ern nie einer Subkultur angehören können, weil dort alle immer gemein zu Thomas Anders gewesen wären.

Mittwoch, 2. November 2016

Am achten Tag schuf Gott die Stapelverabeitung.
Er segnete alles Leben auf der Erde mit einem einzigen Mausklick.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Die Neonbeschriftung meiner FALKE-Socken beruhigt mich wie ein Zivildienstleistender, der meine Sohlen streichelt.
L, linker Fuß.
R, rechter Fuß.
Ich kann nichts falsch machen.
Alles wird gut.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Und dann stand ich mit D. in der Schlange der gefährlichsten Achterbahn des Rummels und erzählte ihm vom Tod meines ungeborenen Kindes.

Es hätte vielleicht Clementine geheißen.
Ein Name mit hohem Fruchtgehalt.

Im Angesicht der Gefahr ist es wohl notwendig, alle wichtigen Dinge loszuwerden, die man bis dahin zurückhielt. (Die Achterbahn war toll.)

Höchste Übereinstimmung.

Montag, 17. Oktober 2016

Im Herbst werden die Fliegen langsamer und die Fliegenjäger bilden sich dennoch was auf ihre höhere Fangquote ein, diese arroganten Schnösel.
Heute riecht es hier nach Abgasen, Hausbrand, Schnee und Kuh. Der Himmel ist dunkelgrau.  Gucke aus dem Fenster. Gegenüber stand mal ein Haus. Das wurde neulich abgerissen. Da, wo es war, wabert jetzt Nebel. Ich schnabuliere eine Marzipanwurst. Stürme ziehen um die Häuser, aber drinnen in der Stube flackern die Bildschirme gemütlich.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Träumte von einer Open Mic-Nacht im Café Cortisol. Ich sang „Sag mir, wo die Kunstblumen sind“ auf Halbplayback. Es klatschte nur eine Person: Linda de Mol.
Nur hat hat Linda de Mol nie die richtige Mini Playback Show moderiert. Nur die Prominenten-Ausgabe. In Wirklichkeit war es Marijke Amado.
Also gut, für den Reim: Es klatschte nur eine Person, der Botaniker Hugo von Mohl, * 8. April 1805 in Stuttgart; † 1. April 1872 in Tübingen.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Auf dem Fußweg überholt mich ein Junge mit einer weißen Plastik-Segway-Variante ohne Lenkstange. Das Gerät blinkt bunt.
Meine Hose rutscht.
Ich umklammere meine Klopapierpackung fester, eile nach Hause. Muss wissen, was das für ein Gefährt war!
Emsig klackern die Keyboardtasten.

Diese Geräte, umgangssprachlich trotz der Rollen Hoverboard genannt, sind für den Betrieb auf deutschen Straßen und Fußwegen gar nicht zugelassen.

Ich starte erstmals ein altes Autorennspiel, Driver: Parallel Lines. Dessen Autoren Maurice Suckling und Marek Walton erschufen mal einen DS-Titel, den ich ziemlich mochte. Im Driver-Intro hört man ganz unerwartet Suffragette City von David Bowie.

Der Mitbewohner (Beruf: Architekt) kommt unerwartet eher von der Arbeit heim. Aus meinem Zimmer kommen Motorengeräusche. Ich schäme mich so.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Verdiene Hass mit deinem Blog.

Freitag, 7. Oktober 2016

Mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk an mich wird eine Fassung der Kevin-Filme werden, bei der ich alle Gewaltszenen rausgeschnitten habe. Stattdessen: Kevin im Hotel. Kevin liest ein Pornoheft. Kevin geht einkaufen. Kevin redet mit sich selbst.
Dazwischen sentimentale Musik. Das wird schön.

Donnerstag, 29. September 2016

Es folgt das Gedicht DEUTSCHE LIEBE (feat. Angelina Heger):


Heidepark, Rocco Stark / Gebleichte Jeans, weiße Zähne / Schokozimmerbrunnenfontäne / Tarnmuster, Freiheitsstatue / Beim „GV“ Xavier Naidoo.

Bingespending

Miteinander Zeit verbingen.

Donnerstag, 22. September 2016

Mein Lieblingsknopf in der gesamten Wohnung ist der an der Spülmaschine, auf dem INTENSIV CARE 70° steht. Da wird das Geschirr gut versorgt!

Mittwoch, 21. September 2016

Vaporware: Shadowgate Rising

Heute schrieb ich dem Menschen, der die Entwicklung des Nachfolger meines Lieblingsspiels Shadowgate 64: Trials of the Four Towers, Shadowgate Rising, betreuen sollte eine E-Mail. Er antwortete fast unmittelbar danach (!) und meinte, er habe leider die Entwicklungszwischenstände nicht mehr in ROM-Form (das wäre auch beinahe unglaublich gewesen), aber machte für mich ein Bild von den Designunterlagen. E-Mails sind toll!

Shadowgate Rising wurde leider nie fertiggestellt.

Jubiläum: 2000 Tage Vinzenz Raindeer

Ende März 2011 notierte ich in einer deprimierenden Vorlesung zum Thema internationale Medienmärkte:

Mache verzweifelt Pläne für ein Musik-Umbranding. Comeback als 
Vorname Nachname-Songwriter-Dickhead.

Fast genau 2000 Tage später: Habe meine Pläne umgesetzt und unter dem damals gewählten Namen 5 Alben aufgenommen 🔥💪😍




Freitag, 16. September 2016

Anscheinend sind die Akte X-Figuren sin jeder Folge in einem anderen Motel (oder manchmal auch Hotel) und ich LIEBE „Absteigen“ einfach! Vielleicht sollte ich mal eine Hotelchronik erstellen. Kurzer Themenwechsel:



Wie sieht deine Freizeiteignung aus? Und ist ein hoher Kuschelfaktor erstrebenswert?

Donnerstag, 15. September 2016

Wenn die Qualität der Nachtruhe schwankt, sollte man das Mainboard überprüfen auf defekte Schlafspulen, Schlafwandler und Schlafikkarten.

Mittwoch, 14. September 2016

DER TOD LEBT.

Die Verkomplizierung des Namens „Detlef“ zu „Dethleffs“ (der Wohnmobilfirma) lässt eine Geheimbotschaft vermuten: Death lives.

Keine Sterne / Lichtverschmuddelung

Ich schlief auf dem Balkon, mit Europaletten als Lattenrost, deren Grundfläche genau der meiner Matratze entsprach.


Dort träumte ich von einem drei Meter großen Polizisten, der in meine Wohnung kam und die Produktschlüssel meiner alten PC-Spielen durchstrich.

Ich fragte: „Warum machen Sie das?“ – „Der Firma Interplay sind die Keys ausgegangen.“ – „Diese Spiele sind alt! Älter als 1999.“ – „Gesetz ist Gesetz.“

Freitag, 9. September 2016

Quarzsand, Kalk, Zement und Wasser

Meine Handtasche ist von Louis Ytong. Durch den besonders leichten Materialmix (Quarzsand, Kalk, Zement und Wasser) wiegt sie nur 15,6 kg.

Das Haus, das meine Eltern am Stadtrand von Dresden (in Bannewitz) bauten, bestand aus Ytong-Steinen. Um uns herum ließen sich auch andere Familien nieder, es war ein Projekt, bei dem Amateure unter Anleitung Häuser errichten sollten.
Eine Siedlung entstand.
Die Kinder der Siedlung sollten sich kennenlernen und wurden in ein Haus geschickt, in die Herberge Bahra. Dort gab es unter anderem die Möglichkeit, aus Ytong-Steinen KUNST zu schaffen. Ihn zu behauen und zu zersägen. Das Material, aus dem die Eltern gerade Häuser schufen, wurde hier vernichtet.
Mit den Kindern aus der Siedlung wurde ich leider nie warm, ich war eine Duckmaus, machte wirklich grauenhafte Witze und war einfach durch und durch falsch. Ein richtig schlechter Mensch.

Schlafchronik

16. Juni 2012 
Im Nachtbus nach England dösen, während 2 Fast 2 Furious läuft.

10. August 2012
Habe schon auf auf dem Boden ausgebreiteten Liegestuhlmatten besser geschlafen als auf der IKEA-Brutalität SOLSTA (69,99€).

5. Juli 2013
Unruhige Nacht. Geträumt, ich sei das Wunschkind von Gabi Delgado und Fabio Frittelli.

11. September 2013
Der Moment, in dem dir einfällt, wie wenig du letzte Nacht geschlafen hast und deine mittelprächtige Laune ausschließlich deine Schuld ist.

17. Dezember 2013
Kann erst schlafen, wenn ich nachgeschaut hab, ob Detlef D! Soost nicht heimlich unter meinem Bett ein Tanzstudio eröffnet hat.

4. Mai 2014
Schlaf als seufzend hinzunehmende Pflicht.

18. September 2014
Hatte die letzten Stunden ein mobiles Schlaflabor umgeschnallt und gleich wird wieder jemand sagen, dass ich jede Nacht beinah draufgehe.

10. Oktober 2014

Wollte zu einer Ambient-Playlist (ein)schlafen. Während ich schlummerte, kam mir die Musik sehr abwechslungsreich vor.

3. Dezember 2014

Nachts reguliert man mit Thermostaten die Intensität von Träumen. Daher das Warnsymbol (Kopfexplosion!) ab der 3.

19. Februar 2015
Bin schon 10192 mal aufgewacht. 10192 Chancen auf erholsamen Schlaf. Alle vertan. Vielleicht war der Erfinder des Bettes doch ein Betrüger.

8. Mai 2015
Donald Duck hat mich belogen, in einer Hängematte kann man niemals ordentlich schlafen, man hängt da drin wie eine matschige Menschbanane.

23. Dezember 2015
SAS statt Sass.
Angst vorm Schlafen.
Der Arzt, den ich aufsuchte, konnte mir nicht helfen.

11. April 2016
Manchmal schrecke ich aus dem Schlaf hoch, weil mir wieder einfällt, wie ich einmal beinahe an einer gefrorenen Riesenerdbeere erstickte.

14. April 2016
Ich kann sehr schnell einschlafen, dafür ist die eigentliche Nachtruhe dann aber von minderer Qualität: Fast Food/Snooze-Schlaf.

17. April 2015
Schlaf ist seltsam. Als würde man bewusstlos bei Nacht einen Elektriker die Leitungen im Kopf überprüfen lassen und ihn nicht mal bezahlen.



Der Erfinder des Bettes mit einem Protoypen. Das Rad am Fußende sollte den Menschen langsam in den Schlaf ziehen.
September 2016
Meine Schlaflabortermine vor ein paar Wochen habe ich verschlafen? Jedenfalls! Montag und Dienstag ist es WIRKLICH soweit.
Beim Schlafen beobachtet und vermessen zu werden, jede Regung und Ruffelei – ein narzisstisches Träumchen. Will die Diagramme danach rahmen.

Montagnacht



Wenigstens bin ich müde. (Ich habe noch nie in einem Krankenhaus übernachten müssen.)


Dienstagmorgen

Der Druck, zu Demozwecken so schlecht wie sonst auch zu schlafen so groß, dass ich gefühlt fast gar nicht schlief.
Aber das Krankenhausfrühstück ist sehr glamourös, wie Essen in einem ausrangierten Flugzeug, das sicher auf einem Feld steht.
Auf dem Weg nach draußen kann ich kurz in den Kontrollraum reingucken. Zwölf  Bildschirme, auf jedem eine Liveübertragung aus einem Zimmer. Schwarzweiß. Meist ältere Menschen. Lebenszeichen.
In der U-Bahn ist ein Herr, in dessen Kopfhörerohrteilen war auf beiden Seiten außen eine blaue LED, die langsam pulsierte. Starrte gebannt.
Ich fürchte, ein großer Nachteil besseren Schlafs/größerer Wachheit könnte sein, dass mir bis dahin ausreichend schnelle Rechner plötzlich ARG langsam vorkommen.

Dienstagnacht
Die Person, die mich verkabelt, riecht ein bisschen nach Kneipe. Sie erzählt, sie käme gerade aus dem Urlaub zurück. Seit sieben Jahre mache sie das hier, drei Tage die Woche.
Ich kriege erstmals eine CPAP-Maske aufs Gesicht.
Mein Vater erzählte schreckliche Dinge davon, wie er darunter Panik bekam.
Ich spüre nur Ruhe.
Es ist wie an dem einen Kindergeburtstag im Schwimmbad, wo ich mit Tauchergerät schwimmen durfte. Man muss sich nur daran gewöhnen, wie die Geräte atmen, wie sie einem Luft zufecheln.
Der Geruch unter der Maske ist synthetisch, als würde man von einem Sagrotan-Mitarbeiter mit einem Chloroformtuch betäubt werden, aber er meint es eben gut. Ich kann mit synthetischen Gerüchen durchaus was anfangen. Eigentlich mag ich die Beatmung. Wie eine Direktverbindung zu einem Zimmerfenster. Per Schlauch. Und die Welt draußen ist schon etwas tot halt.

Nachbesprechung
- Kriege ich jetzt so eine Atemmaske?
- Ja, das macht aber ein externer Dienstleister.
- Ich fühle mich behütet.
- Ihr Hemd ist falschrum.

Hirmware

Kriege eine neue Firmware fürs Gehirn (Hirmware?). Endlich treten mir bei endlich wieder neue Fehler, also Texte, auf.

Drei Vorfälle:

1
Schaue zum ersten Mal in meinem Leben Akte X und ich LIEBE den 35-mm-Filmkorn-Look alter TV-Serien. Scully klingt im Originalton wie Rory Gilmore, also naseweis und angenehm nervig. Die oft gelobte Synchronstimme erscheint mir zu abgeklärt.

2
Höre JJ72, eine so grässliche wie perfekte Band: Sie trafen sich an einem katholischen Internat, er singt Bibeltexte mit Brian Molko-Stimme.

3
Vor einer Tür im zauberhaften Ottensen liegt ein Stephen King-Buch („In einer kleinen Stadt“), das verheißt das doch Gutes, oder?

Akte X, Stephen King, JJ72. Ich hätte nicht erwartet, dass das Firmware-Update meines Gehirns ein Mystik-Rollback beinhaltet. Selbst meine Fotos sind wieder vermehrt kryptisch. Kaum Selbstbilder. Dafür außerirdische Geruchsüberdeckungstechnologie!


Es könnte eine lockere Lötstelle sein. Das Diagnoseprogramm gibt grünes Licht. Aber was heißt das schon! Ich meine GRÜNES LICHT! Gruselig.
Ich bin in dieser Woche anfällig für Mystik und Verfolgungsangst, das Jobcenter verschärft seine Maßnahmen und ich erwarte jederzeit einen Anruf, der mir Kürzungen verkündet, obwohl ich weiß, dass das so einfach auch wieder nicht geht.

Donnerstag, 1. September 2016

Dann erschien mir Softeisengel Gabriel und fragte, ob ich heiße Himbeeren über mein Leben haben will. (Leider waren die Knusperwaffeln aus.)
Habe ein Pastellgemälde auf Leinwand am Papiercontainer gefunden,
Der Künstlername und das Jahr (1988) stehen auf der Rückseite.
Dann Internetsuche. Eine Telefonnummer.
Ich rufe an. Eine Frau geht ran. Ob ich ihren Mann sprechen könne. Nein. Er sei leider tot. Ich maile ihr das Bild. Sie sagt, es sei nicht von ihm.
Er wäre bekannt gewesen, das wäre ein Ding, wenn Bilder von ihm an einem Container auftauchten, meint sie

(Warum ich das Bild nicht online stelle? Ich weiß nicht. Vielleicht, weil es dann bewertet wird?)

Samstag, 27. August 2016

Meine Mitbewohnerinnen sind im sogenannten Gängeviertel (Motto: Mucke & Spucke), ich esse in Blankenese umgeben von Rentnern Torte.
Nach einem Gläschen Cybernet Sauvignon bin ich beschwipst und bereit, die 3D-Omabrille aufsetzen. Möchte in einem Internet-Ballerspiel Scharfschützin sein und mich Romy Sniper nennen.

Romy mag: Kuchen.
Romy mag nicht: Mucke & Spucke.

Montag, 22. August 2016

In meiner Nachttischschublade findest Du einen Regenschirm, eine Fliegenklatsche und ein Diktiergerät.

In der zweiten Schublade meines Nachttisches findest Du eine FRITZ!Box, eine Mehrfachsteckdose und hunderte Blister mit Medikamenten.

In der dritten Schublade meines Nachttisches findest Du einen Hammer.
Moment, den habe ich gesucht! Muss noch einen Bilderrahmen aufhängen.

In der letzten Schublade meines Nachttisches findest Du:
TAN-Generator
Schülerausweis
Placebo-CD „Meds“
Digicam (16 MB Speicher)
Duftöl

Dienstag, 16. August 2016

Ich hätte gerne einen Pappaufsteller eines Prominenten, ja, für mein Grillfest / Er soll über den Zaun schauen / Ach Gott, der Herr Nachbar!

Stanzfigur, Pappkamerad / Ich liebte deine Doppelherzrückenstütze / Du warst so verständnisvoll / Und mittig faltbar

Dienstag, 9. August 2016

Freitag, 5. August 2016


In Geisterbahnen fühle ich mich geborgen. Dort ist es dunkel und warm und aus der Zeit gefallene seltsame Figuren nehmen Kontakt zu mir auf.

21. August 2016
In der Geisterbahn mit echten Menschen flüsterte mir ein Vampir zu, ich (alleine fahrend) habe wohl keine Freunde und würde einsam sterben.

Montag, 1. August 2016

Sich fürs Internet aufbrezeln/aufrätseln mit dem Kryptik-Kajal.

Freitag, 29. Juli 2016

Heute war ein aufregender Tag!
Erst machte ein LKW direkt neben mir eine Vollbremsung, vor Schreck wäre mir beinah meine Packung Klopapier (samtweich) heruntergefallen.
Danach traf ich mit Klarabella Kuh und Trudi Karlo und wir hauten unser Hartz 4 beim Kaufland-Friseur auf den Kopf.

Gegen 12 Uhr gingen wir in unsere Stammkneipe (Das Nuss-Eck) und suchten auf Klarabellas Tablet einen neuen Fön für mich aus.

Sonntag, 24. Juli 2016

Im Reliunterricht wurde gefragt, wo wir gerne Urlaub machen wollen, ich sagte BLUMENRIVIERA und die Lehrerin guckte mich komisch an: Warum?
Ich wusste nicht, wo das ist, aber es klang halt einfach wie der schönste Ort der Welt. Welche Antwort hätte sie wohl angemessen befriedigt?

Donnerstag, 21. Juli 2016

Ich habe heute mit einem Cyberpunk-Burschen aus Uruguay Marzipankartoffelrezepte ausgetauscht.
Mein Rezept war: Marzipanrohmasse kaufen, reinbeißen und genießen.
Er sagte, man könne sie auch aus Mandeln selbermachen. Schock!

Mittwoch, 20. Juli 2016

Werfe meinen Hubba Bubba-Rest auf das Lagerhallendach in 100 Metern Entfernung. Erkenne ihn noch.
Nun liegt er da.
Und schaut mich dumm an.
„Du willst mich loswerden.“ – „Ja.“ – „Schmecke ich nicht mehr gut genug?“ – „Ja.“ – „Hol' mich hier runter.“ – „Nein.“ – „Ich bin traurig.“

Montag, 11. Juli 2016

Deine Eltern teilen sich zum Hochzeitstag eine Tüte Colorado.

Dateienarchäologie

yatatata - yatatata - yatatata - yatatata - yatatata - yatatata - yatatata - yatatata - CLAUDIA !


Freitag, 8. Juli 2016

Feuchtwolken treiben alle Menschen nach drinnen, zum Frisör ohne Terminvergabe. Dampfend lesen sie nasse Klatschhefte.
Vier vor mir in der Wartesitzschlange.
Flucht.
Ein Auto fährt mit Licht vorbei. Schlimme Romananfänge formen sich in mir: Es war einer dieser Tage wo die Autos schon am Nachmittag die Scheinwerfer usw.

Montag, 4. Juli 2016

Man kann in Elder Scrolls Online keine Männerfiguren ohne Brusthaar erstellen.

Montag, 27. Juni 2016

Typ mit Nervstimme ruft aus einem Callcenter auf meinem Handy an. Erzählt was von Reisen, die ich gewonnen habe. Brauchte nur meine Bankdaten.
Habe sie ihm natürlich gegeben, endlich habe ich auch mal was gewonnen. Glücklichster Tag in meinem Leben!

Samstag, 25. Juni 2016

Das Internet ist ausgefallen. Ich schlafe seit Tagen. Draußen ewiger Regen. Die Minzblätter im Cocktailglas sind welk. Mein Kopf schmerzt.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Dietmars kostenloses MP3-Sortierprogramm war natürlich Mist.


Sonntag, 19. Juni 2016

Nach dem Tatort schicken deine Eltern dich ohne Grund ins Bett, aber du weißt, dass Vater wieder erotisch an der Salzstange tanzen wird.

Freitag, 17. Juni 2016

Übungen in Wirkmächtigkeit (1)

Habe heute alle Schrauben meines Computer-Sitzmöbels angezogen und das Lehnenknarzen ist fast verschwunden!

Mittwoch, 15. Juni 2016

Überspiele seit 24 Minuten das nach ČSSR-Märchenfilm klingende Klavierspiel einer mir unbekannten Person von Spur 1 einer Vierspurkassette.
Vertrautes Klacken. Das Band ist durch. Ob es ihm wehtut, wenn das Gerät an ihm weiterzerrt, bis endlich die Stoppautomatik greift?

Sonntag, 12. Juni 2016

Ich hab' genug, Dietmar, nie wieder werde ich das Hagelsalz in deine ALDI-Tiefkühlbrezeln hineindrücken.
Und ich hasse deine unpraktischen Tomatengläschen, da passt doch gar nichts rein!

Samstag, 11. Juni 2016

Bier mit Klettverschluss

Dienstag, 7. Juni 2016

Die runden Buntglasfenster in meiner Kirche sähen exakt so aus:


Donnerstag, 2. Juni 2016

Auch im Himmel gibt es eine Hölle. Dort spielen 1000 Grundschulkinder auf Blockflöten Tag und Nacht Rollenspiel-Heimatdorfmusik.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Dieser Moment der Befreiung, wenn du seit deiner Kindheit immer zu lang gewesene Schnürbänder im Alter von 29 Jahren erstmals abschneidest.

Montag, 23. Mai 2016

Der Wasserkocher blubbert. Du öffnest den Deckel, Dampf trifft dein Gesicht. Wie im Luxus-Spa!
Poren öffnen sich. Kleingeld fällt heraus.

Samstag, 21. Mai 2016

Reden ohne Punkt und Komma, aber mit vielen Ausuferzeichen.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Opa und Oma sitzen gemeinsam im Hobbykeller und suchen sich ein Grab auf der Modelleisenbahnplatte aus.

Samstag, 14. Mai 2016

2,7 km entfernt von mir löffelt Barbara Schöneberger gerade vielleicht Fleischsalat. Ich bin dem ESC so nahe wie nie.
Und fühle nichts.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Kaum sitzt man mal wie eine verbogene Büroklammer neben einem Basketballplatz, sofort kommen Jugendliche und lecken in Hörweite Eis.

Dienstag, 10. Mai 2016

Bin heute versehentlich in einem coolen Viertel gelandet. Mein Rucksäckchen wog plötzlich 100 Kilo, die Haut leuchtete doppelt so käsig. Schwitz!
Direkte Sonneneinstrahlung lässt mich als untote Person öfter stolpern. Bin halt eher grabmotorisch veranlagt.

Montag, 2. Mai 2016

Ankommen

Perfekt gewappnet gegen Schlüsselverlust. Mit der Kraft des Polly Pocket-Kristalls.
In einer Kleinstadt leben wie in einem Atomschutzbunker. Dann geht die Tür auf.
Ah, das Tageslicht!
Die neuen Möglichkeiten blenden dich.

Freitag, 29. April 2016

Heute Abschiedsrunde in Mittweida: Super Dickmann's bei den Ex-Arbeitsmenschen abladen, Bibliotheksgebühren zahlen. Dann Schrottplatz.
Habe jemanden per Kleinanzeige angeheuert, mich und meinen Müll dorthin zu fahren. Er herrklärt mir, warum ich keinen Geschäftssinn habe, da ich ihm zu viel Geld geben will:

„20€ für eine Fuhre zum Schrottplatz, unter uns, viel zu viel!“
„Ich hab mich BEWUSST für 20€ entschieden, weil es dringend war.“
„Zu viel!“
Typ, ich hab dich ANGELOCKT und GEKAUFT. Das, was Männer unter „Geschäftssinn“ verstehen, ist eigentlich immer nur unsoziales Verhalten auf Kosten anderer und Kleinsparergetrickse.

Ich entferne mich sicher aus der Stadt wie einen USB-Stick. Abschiedsprozesse sind immer (meist?) für einen selbst, nicht für die anderen.

Donnerstag, 28. April 2016

Wandnachbarn im Flur gehört. Tür auf, für den Räumlärm entschuldigt. Er fragt, ob ich ausziehe, wie groß die Wohnung ist. Glaub er will sie. Stelle mir vor, er könnte in dieser Wohnung eine Art von Glück finden und das nur, weil ich mich an einem Donnerstagabend entschuldigte. Zufälle!
Klemmt man eine Küchenspüle vom Netz ab, kommt oben aus dem Hahn nochmal gurgelnd Blut raus. Genau wie in Filmen, wenn jemand stirbt.

Samstag, 23. April 2016

04/23/2050. Das mit den Robotern hat nicht geklappt und die Welt wird von Handpuppen beherrscht.
Nun zum Wetter.


(Die Handpuppen haben die Roboter überwältigt und sie alle zu Puppenspielern umprogrammiert, die es ja auch weiterhin braucht.)
Jeder Blick auf dem Wertstoffhof scannt dich darauf ab, was für eine Sorte Müll du bist.

Dienstag, 19. April 2016



Mein Körper ist kein Penthouse  
Vier wächsern weiche Wände  
Ich kann sie nicht verlassen  
Aber mich umziehen  
Sanfte Stoffe  
Seidenhandschuhe  
Für meine eigenen vier Hände 

Montag, 18. April 2016

„Leonardo DiCaprio (bürgerlich: Gerhard Waldbrandt) war ein deutscher Serienmörder mit Vorliebe für erotisches Puppenspiel und Holzschnitte.“
Du musst dir eine Stelle aussuchen. Wo möchtest du gerne arbeiten?

Leser stimmten ab:

In der Lamettafabrik: 100%
In der Spiralkabelfabrik: 0%
In der Hostienbäckerei: 0%

Leider hat die letzte Lamettafabrik Deutschlands 2015 dichtgemacht.
Enttäuscht stehst du vorm Werktor.
Glitzerfäden hängen in toten Bäumen.
Zum Glück hast du eine Tupperdose mit Hostien dabei. So bleiben sie schön knackig. Du nascht eine (oder 2!) und gehst in die Fußgängerzone.

Sonntag, 17. April 2016

Du bist eine Tram.
Du fährst aufs Abstellgleis.
Rein in den Lokschuppen.
Man braust dich ab.
Dann verdaust du die eingeschlafenen Fahrgäste.

Samstag, 16. April 2016

Wir sitzen in der Bäckerei Möbius. Draußen Platzregen. Frühling lässt sein graues Endlosband lustlos wobbeln durch die Lüfte.

Ich war der Zweifel in Zweifelderball


In der DDR hieß Völkerball Plumpsball, wegen der Falltüren im Spielfeld. Geschlechtsneutrales Blaurosa war en vogue. Gespielt wurde mit dem Saisongemüse, das verfügbar war, meistens kamen Kohlköpfe ⁽ᴬᵇᵇ⋅ ¹⁾ zum Einsatz. Hach, Plumpsball. Das waren Zeiten!

Sport frei!

Freitag, 15. April 2016

Jegliche Dinge aus den Wänden entfernt, keine Dübellöcher mehr, aber auch die Deckenlampen sind nahezu komplett ab.
Finsternis allerorten.
Dass ich alles (auch eine weltliche Tätigkeit wie einen Auszug) mit Dunkelheit in Verbindung bringen will, ist die Schuld des Katholizismus. Gelehrt hat er mich streng genommen gar nichts, aber die Erotik der Ehrfurcht ist geblieben.

Mittwoch, 13. April 2016



Ich trinke lauwarmes Wasser  
Ich wärm' damit mein Blut  
Durchlässigkeit auch Lässigkeit  
Im Angesicht des Stresses  
Trinke ich lauwarmes Wasser  
Ich trink mir an: Anmut  
Hypersensibilität heißt auch Lebensqualität  
(Die Filter sind weit offen  
Daten strömen in mich hinein)

Montag, 11. April 2016

Schulfreunde luden mich ein  
Ich war ein Verräter  
Ich kam nur wegen ihrer Eltern  
Beobachtete sie immer  
Ich mochte halt Mütter und Väter  
Ich war ein Verräter
Ich LIEBE bei Verkaufsgesprächen den Moment, wo es kurz „persönlich“ wird und der Verkaufsperson ihr Stolz auf den Durchbruch anzumerken ist.

Verkäufer: Lach!
(Verkäufergedankenblase: „Hehe, jetzt habe ich dich.“)
Ich: Hihihi!
(Meine Gedankenblase: „Geil, käufliche Zuneigung 😍!“)

Samstag, 9. April 2016

Vinzenz Raindeer - Cybergrace



Zu ‪CYBERGRACE, meinem neuen Album voller Après-Schwimmbad-Hits, kann man sich gut Anmut antrinken mit Warmwasser

Vinzenz Raindeer - Cybergrace

1 Die ersten eigenen vier Hände
2 Durchlässigkeit ist auch Lässigkeit
3 Ich war ein Verräter
4 Entgaußung
5 Mutters Gebet
6 Regentrude in the dark
7 Ein neues Geflecht
8 Weiße Strände, weißer Schlamm
9 Der Teich steht schwarz und schweiget (Mutti kommt wieder)

Freitag, 1. April 2016

Vom Aufwasch gerötete Hände greifen in eine Schachtel mit belgischen Pralinen.
Durchbruch mit der Postbeamtin:
- Dɪᴇsᴇʀ …Sᴛʀɪᴄʜ ɪsᴛ ᴋᴇɪɴᴇ Uɴᴛᴇʀsᴄʜʀɪғᴛ.
- Das hat NIE jemand bemerkt. Sie machen ihren Job SO gut!
- Dᴀɴᴋᴇ.

Dienstag, 29. März 2016

Bei Starlight Express (nie gesehen) bin ich die Bimmelbahn Bussi und mache abgehackte Dancemoves auf dem Absteilgleis

Donnerstag, 24. März 2016

Ich bin keine Lyrikerin, Gedichte entstehen nur, wenn ich die Wohnung verlasse, durch Zufall: Lyrik als Lottogewinn.

Sonntag, 20. März 2016

Mittelsachsenexpress Leipzig - Chemnitz

Eine Frau setzt sich ins selbe Abteil wie ich, ruft ihre Bekannte an und verkündet, sie sitze nun im Hogwarts-Express. Mich berührt das nicht.

Wenig später öffnet ein Schaffner öffnet die Abteiltür und spricht kein Wort. Sein unbändiges Verlangen nach Fahrkarten verschlug ihm wohl die Sprache.

Der Zug hält in Bad Lausick. Hier war ich 2001 auf Klassenfahrt. Wo ich ausversehen im Coolenzimmer landete, aber beim Flaschendrehen rausgeschickt wurde. Um die Gunst von K. zu erringen, bewarf ich meinen schlafenden Freund J. mit NicNacs, aber K. schaute mich nur voller Verachtung an. Letztlich verbrachte ich dann doch die meiste Zeit im Uncoolenzimmer mit R. aus Kautzsch. Wir lasen GameStar und er nannte mich Hackfresse.

Am Ziel bin ich dran, die Kurbel am Ausstieg des alten Zuges zu betätigen. Gleich halten wir. Ob ich die Tür souverän aufkriegen werde? Schwitz!

Mittwoch, 16. März 2016

Als Ronja die Mattisfestung verließ, kaufte sie sich - gegen den ausdrücklichen Wunsch ihres Vaters - als erstes einen Energydrink.
Danach ging sie in den Park und fütterte die Wilddruden.

Dienstag, 15. März 2016

Mit Nutellabrot unter die Dusche.

Montag, 14. März 2016

Sich so lässig an ein Vorgartenzäunchen anlehnen wie eine Kuh, die einen Stromschlag erwartet.

Samstag, 12. März 2016

Auf den Schultern von Riesen stehen zu wollen ist sehr gefährlich. Man sollte sich zumindestens setzen, besser noch anschnallen.
Wollte heute neuen Kaffee kaufen. Im Endeffekt entschied ich mich für das Produkt, das unseriös und teuer vereinte: Mövenpick El Autentico!
Heute ist so eine Nacht, da werde ich, getrieben von meinem brandneuen Nestlé-Kaffeeschießpulver, wohl energisch in den Sonnenaufgang rei...

(Und sie brachen mitten in der Nacht in ein Solarium ein, weil sie den Sonnenaufgang nicht erwarten konnten.)

Donnerstag, 10. März 2016

Promiseiten-Schlagzeilen mit rauseditierten Prominamen.


Er versuchte stets, den Rasierschaum fertig aufzuschlagen, bevor das Intro von Abenteuerland endete. 43 Sekunden, das war seine Zielzeit.

Mittwoch, 9. März 2016

Der Mondglobus rotiert, ich stoppe ihn mit dem Finger: Das Zufallsziel heißt „Mare Nectaris“.
Oh, das Nektarmeer. Bestimmt ein Süßgewässer.

Das nächste Zufallsziel, der Krater Korolev, liegt auf der Rückseite des Mondes.

Dort werde ich illegal zelten.

Dienstag, 8. März 2016

17-Zeichen-Wörter mit Z:
Zermürbungstaktik. Zahnfleischbluten. Zeilenentprellung. Zerfallskonstante. Zickzackporzellan. Zornerleichterung.

15-Zeichen-Wörter mit Q:
Quastenstachler. Quittenhänfling.
Quellengemurmel. Quarzoszillator.

Montag, 7. März 2016

Das schönste Anagramm für „Garstigkeit“: Tragik siegt.

Und für „Erbärmlichkeit“: Erika erbte Milch. (Einen ganzen Liter. Fettarm.)

Tränen spiegeln sich in Trance-Keyboardflächen

Hallo, ich bin die Vivi aus Chemnitz und ich wünsche mir A Neverending Dream von X-Perience. (Da singe ich laut mit, wenn ich Abwasch mach.)

Nach dem Abendbrot, wenn mein Mann am Computer sitzt, habe ich meist Zeit für mich und oft freue ich mich drüber, bin aber auch was traurig.

Freitag, 4. März 2016

Wütend werden, weil es auf YouTube kein einziges Video gibt von einer Person, die Gymnopédie No. 1 so RICHTIG schön falsch spielt.
Ich hab geträumt ich säße in einem Flugzeug und die Startbahn war ein nächtlicher Waldtunnel und der Pilot wusste nicht, wann der aufhört.

Mittwoch, 2. März 2016

Beim meet and greet mit dem Seitenbacher-Mann steckte ich mir die Maultäschle extraverführerisch in den Mund, aber er schaute mich kaum an.

Montag, 29. Februar 2016

Ein neuer Morgen, das Bullrich Salz zergeht angenehm auf der Zung. Erstmal zu YouTube, 80er-Videos angucken. Alphaville. Forever Young.

Freitag, 26. Februar 2016

Donnerstag, 25. Februar 2016

Gabba + Krieg

11/7/1994: Die erste Thunderdome-Party in Deutschland findet statt.
12/7/1994: Das Bundesverfassungsgericht billigt erstmals Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Sonntag, 21. Februar 2016

Du erwachst in einem fremden Raum und willst dich waschen. Im Bad findest du ein Drei ???-Fan-Duschgel und ein wasserdichtes Kassettendeck.

Samstag, 20. Februar 2016

Denke an die Häuser, die mein Vater oft für Wochenenden mietete. In Orten wie Panschwitz-Kuckau. Oder Ralbitz-Rosenthal. Wo die Buschschenke stand.
Erinnerungen an meine Schwester. Wir sitzen im ersten Stock der maroden ehemaligen Gaststätte, sie spielt mir DAF vor. Ich lerne Radfahren am Waldrand. Später kommt der schöne Zahnarzt aus Berlin vorbei und alle Schnauzen beben, weil er nach Sex riecht und seine Locken so viril sind.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Du fährst heim, dein Mund ist brötchenrau. Im Radio läuft was von Wolfsheim. Dir wird übel vom Dieselgeruch.
Bald kommt das neue Anno-Spiel.

Dienstag, 16. Februar 2016

Und dann saß ich auf dem gefliesten Küchenboden, aß meine runtergesetzten Wasabinüsse und das Brennen war Strafe und Belohnung zugleich.

Montag, 15. Februar 2016

Heute gelernt: Die Steigerung des Computerkellers ist der Computerdachboden. Mit gerahmten Erotikfotos, Stehhöhe 1,20 und drei Monitoren.
Dann betrat ein Bahn-Animateur das Abteil, machte Stimmung mit einer Trockeneismaschine und alle Füße versanken in pittoreskem Bodennebel.

Mittwoch, 10. Februar 2016

„Mutti, wie fühlt es sich an, wenn jemand langsam stirbt?“ – „Du kennst doch das Gefühl, wenn die Febreze-Sprühflasche immer leichter wird.“

Freitag, 5. Februar 2016

Ein andalusischer Hund namens Beethoven.

(Schnitt auf Bernhardiner, dem frische Augen in den Fressnapf gekippt werden. Freudiges Hecheln.)

Mittwoch, 3. Februar 2016

Vinzenz Raindeer - Urlaubskarte (Mit Großer Schrift)



Komposition für eine Cola-Dose, ein Glas Ovomaltine Crunchy Cream
und eine Sprühflasche Febreze Vanilla Latte.
Auf dem Styx ein Ausflugsdampfer
Der ewigen Dämmerung entgegenschippernd
In der Salatbar unter Deck
Gibt es heute Sauerampfer

Dienstag, 2. Februar 2016

Lernte neulich das Wort „garrulous“ (redselig) gelernt. Vielleicht wird das mein neuer Fantasyname. Prinzessin Garrulous, geboren unterm Plappermond.

„Prinzessin Garrulous lässt verkünden, dass ab dem heutigen Tage die einzige gültige Währung Röstzwiebeln sein mögen!“ (Röstzwiebelnebel wabert.)
Nüsse sind Edelsteine, die man essen kann.

Montag, 1. Februar 2016

Stand heute auf und anstatt als erstes den Computer anzuschalten wusch ich das Geschirr in der Küche ab. Dann Grießbrei. Dann Sodbrennen.

Später bestieg ich den heiligen Berg Richtung ALDI, um mir von Gott die Zehn Sonderangebote überbringen zu lassen.

Sonntag, 31. Januar 2016

Schulfreunde luden mich ein
Aber ich war ein Verräter
Ich kam nur wegen ihrer Eltern
Beobachtete sie immer
Ich mochte halt Mütter und Väter

Party!


Samstag, 30. Januar 2016

Ah. Samstag. Dann wird es wohl langsam Zeit, mich fürs Bistro fein zu machen.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Melt? 2016

„Bist du wirklich sicher, dass es 2016 noch ausreicht, einfach nur alle Sounds runterzupitchen?“ – „MUTTER! Ich bin ein erfolgreicher Techno-DJ!“

Samstag, 23. Januar 2016

Grufti-Kinoknüller „Fack ju Göhtes Erben“.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Wollte ein L'Oréal-Haarwachs kaufen. Die Kassiererin fand es nicht im „System“. Und schenkte mir das Wachs.
Das war schon sehr erstaunlich.

Dienstag, 19. Januar 2016

Hämmerlust

Beim Reißverschlussreparatur-Tutorial überkam mich sehr schnell Hybris. Das könne ich doch auch so.
Dann haute ich mit einem Hammer drauf.
Überhaupt ist so ein Hammer ein sehr verlockendes Werkzeug: „Diese Leuchte am Smartphone leuchtet immer! Ich werde da jetzt draufhauen.“
(Schriebe ich für das Untotenmagazin GEE, begründete ich meine Hämmerlust mit einem Donkey Kong-Schwank.)

Montag, 18. Januar 2016


[Geräusch von Röstzwiebeln, die ausgeschüttet und untergemischt werden.]

Samstag, 16. Januar 2016

Dein Vater macht im Regionalexpress immer in der 1. Klasse eine Verschnaufpause, um ungestört BiFi essen zu können.
Jemand zog gerade voller Ekel die Wurst aus seiner XXL-BiFi-Rolle heraus, stieg in den Teigmantel wie in einen Schlafsack und schlief ein.

Mittwoch, 13. Januar 2016

Gleich rausgehen. Vorher geschlechtsneutrales Eau de Toilette mit feiner Essignote auftragen.

Sonntag, 10. Januar 2016

Abstehende Haare.
Aufback-Ciabatta.
Sand in den Augen.
Eine Erdnuss vom Boden aufheben.
La Isla Bonita hören.

Freitag, 8. Januar 2016

△u┏ı-P 
Sprecher: „Wo früher Kinder spielten, spielen heute Kinder.“



2:40

Bett nicht bezogen
2 Uhr 40
Wo soll ich schlafen
Aufrecht vorm Rechner
In Digitalwogen

Oh.
Pierre.

Sonntag, 3. Januar 2016

Nachtzug nach Heilbronn

Im Nachtzug. Ankunft in Heilbronn gegen 6 Uhr. Kurze Blicke in die beklemmend engen Schlafabteile. Froh, sowas nicht reserviert zu haben.

Der Zugführer versucht witzig zu sein. Die ganze feierliche Nachtreisestimmung: sofort im Eimer.

Möchte die Mitreisenden mit ihrer Nummer ansprechen.

Vi, da sitzt ja gar niemand. Ich sehe das anders.
Werde bald wegen einer bei meinem Einstieg nicht ausgeschilderten Reservierung aus dem Abteil geworfen. Minimale Verzweiflung. Dann Gepäckabteil. Aber ich muss doch schlafen. Ich kann es mir nicht leisten, die Nacht zu durchwachen.

Lande doch wieder in einem Abteil.
Allein mit einem alten Mann, der nach Kaugummi riecht: Nummer 73.
Augen brennen vom Menthol.
Fühle mich wohl.

Passagier 73. Sei nicht zu beunruhigt. Du müsst genau hinsehen. 
73 erläutert mir seine Methoden, ein Sechserabteil rappelvoll aussehen zu lassen, obwohl er alleine drinsitzt. Hatte ich sofort durchschaut.
Es war mir eine Lust zu fragen: „Ist hier noch etwas frei?“, durch die Abwehr-Mentholnebelwand zu brechen. 73, ich werde dich erziehen.
Im Gang laufen zwei große Hunde vorbei:
„73, wenn Sie weiter Abteile an sich reißen, werden die irgendwann reinkommen. Beide. Zur Strafe.“

Setzte mich gegen 73 durch, einen Menschen vom Gang aufzunehmen. Dieser Mensch kommt aus Mannheim. Ich taufe ihn liebevoll 74.

Wenn man bei Schwärze vorm Fenster nicht mehr weiß, ob der Zug sich überhaupt bewegt, dazu Netzlosigkeit: Habe alle Referenzpunkte verloren.

74 spielt ein ASCII-Roguelike auf dem Laptop. Die Luft wird schlechter, Fenster geht nicht auf. Bald Permadeath.
Bereue mein Leben nicht.

Angsterfüllt durch vollkommene Finsternis wandernd, ohne Orientierung, aber massig Reverenzpunkte einsammelnd.

Samstag, 2. Januar 2016

H_____g

29. Dezember
Hab die letzten Tage fast durchgehend einen Erkälteschlaf geschlafen. Im Arbeitszimmer meines Stiefvaters, im Zug, in dieser fremden Wohnung

Von Hamburg kenne ich bis jetzt nur eine Straße mit vielen Schönheitskliniken und ein paar Hafengeräusche. Vielleicht bin ich morgen gesund.
(Erste Regel in von reichen Menschen geborgten Riesenwohnungen: NIEMALS gegen irgendwas lehnen, es könnte anfangen, einem dienen zu wollen.)

30. Dezember
Nach der Erkältung:
„Jetzt irgendwas draußen tun!“
Dann der Blick in den Spiegel.
Danach vierstündiges Nasenpeeling.
Anschließend ins Bett.

Vielleicht wird Hamburg ja die Stadt werden, in der ich Menschen endlich bewusst Mützen tragen sehe. Oder es wird der totale Mützenfriedhof.

31. Dezember
Silvester in der Kirchgemeinde. Gegen Mitternacht kriegt jeder ein Löffelchen Umckaloabo. Alle sind sofort betrunken.

1. Dezember
Der erste Fernsehturm, den ich ernst nehmen kann:



[Ich baue elektrisiert eine Verbindung auf. Leitmedium: Nebel.]

Ich konnte Hamburg nicht kommen sehen.